Resales, die größte Secondhand-Bekleidungskette Deutschlands, hat eine Filiale in Darmstadt eröffnet. Rolf Oeser
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Resales, die größte Secondhand-Bekleidungskette Deutschlands, hat eine Filiale in Darmstadt eröffnet. Rolf Oeser

Darmstadt

Kette bietet Secondhand-Mode an

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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In der Innenstadt eröffnet die erste hessische Filiale der Secondhandshop-Kette Resales. Über Kundenmangel kann sich der Laden nicht beschweren.

Die Zeiten, in denen Secondhandklamotten als Notlösung für Leute mit wenig Geld herhalten mussten, dürften vorbei sein. Die gebrauchten Kleidungsstücke, die man in kirchlichen Kleiderkammern, liebevoll eingerichteten Läden oder großen Stores erwerben kann, schonen nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Zudem enthalten sie weniger Giftstoffe, weil sie schon häufig gewaschen wurden. Und dass sich das Geschäft mit der Wiederverwertung getragener Kleidung lohnt, beweist die Neueröffnung einer Filiale von Deutschlands größter Secondhandshop-Kette. In einer Toplage in der Darmstädter Innenstadt gibt es seit einigen Wochen auf 750 Quadratmetern und drei Etagen Damen-, Herren- und Kinderkleidung.

Es ist die erste Filiale des Unternehmens in Hessen. Die Resales Textilhandels- und -recycling GmbH ist ein Unternehmen der Texaid-Gruppe, die ihren Sitz in Darmstadt hat. Man suche derzeit weitere Räume in Ballungsräumen, etwa in Frankfurt, Offenbach oder Köln, sagt Resales-Bereichsleiter für die Secondhandstores Serkan Tur: „Wir expandieren derzeit stark.“ Bislang betreibt das Unternehmen deutschlandweit 39 Filialen unter anderem in München, Berlin und Halle. Rein optisch fühlt man sich bei Resales wie in einem normalen Bekleidungsgeschäft. Die Pelzmäntel, Pumps, Trachten, Anzüge, Abendkleider, T-Shirts, Pullover und Hosen hängen nach Farbe und Größe sortiert auf Ständern in nüchternem Ambiente und kosten zwischen 50 Cent und 400 Euro. Im Schnitt liegen die Preise aber eher im unteren Bereich um die 5 bis 20 Euro.

Gerade bei Markenkleidung lohnt sich der Einkauf: Ein Hemd von Tommy Hilfiger etwa, das normalerweise um die 100 Euro kostet, gibt es hier für lediglich 15 Euro. Aktuell wird im zweiten Stockwerk ein Vintagebereich eingerichtet, um speziell junge Käufer anzusprechen. Für den Industrielook sorgen offen verlaufende Heizungsrohre, rohe Steinwände und Industriebeleuchtung.

Doch auch schon jetzt kann sich Resales in Darmstadt nicht über Kundenmangel beschweren. „Hier funktioniert alles“, sagt Tur. Das Publikum sei secondhand gegenüber sehr offen. „Ich war schon zwei bis drei Mal hier“, sagt eine Kundin, die gerade die Damenjacken inspiziert. Man könne gute Ware günstig bekommen, findet sie. Eine andere Frau kauft gerne secondhand, weil ihr die Vielfalt gefällt. „In normalen Läden kriegen Sie immer nur das Gleiche, was eben gerade modern ist.“ Nach Sachen jenseits des Mainstreams, sucht auch eine weitere Kundin. In Darmstadt gebe es bisher keinen vergleichbaren Laden, sagt sie. Die Kleidung stammt aus Altkleidercontainern, die die Firma Texaid aufstellt. Rund 9000 gibt es davon deutschlandweit. Wer da hinein seine aussortierten Klamotten gibt, ist sich dessen eventuell gar nicht bewusst. Auf den weißen Containern steht klein „kommerzielle Sammlung“. Texaid sammelt, sortiert und vermarktet seit über 35 Jahren Alttextilien und ist nach eigenen Angaben eine der führenden Textilrecycling-Organisationen in Europa. Im thüringischen Apolda betreibt Texaid eine der größten Sortieranlagen Deutschlands. Dort sortieren rund 280 Mitarbeiter täglich mehr als 300 000 Kleidungsstücke. Nur etwa fünf Prozent davon würden in den Resalesshops in Deutschland verkauft, so Tur. Der Rest gehe nach Afrika und Osteuropa.

Resales, Ludwigstraße 7, hat Montag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

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