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Tödliches Ende einer Ehe

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Türschild im Gericht
Türschild im Gericht © Monika Müller

Weil sie ihn auffordert, ihr beim Aufwischen von ausgelaufenem Wasser zu helfen, ersticht ein Afghane in Darmstadt seine 19-jährige Ehefrau. Jetzt muss er sich vor dem Landgericht verantworten.

Vor dem Landgericht Darmstadt wird seit gestern die Tötung einer 19-Jährigen verhandelt. Sie war am 29. März von ihrem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung in der Kirchstraße in Darmstadt mit zwölf Messerstichen getötet worden.

An der Schuld des 25-Jährigen besteht kein Zweifel – er hat bereits gestanden. Vor Gericht geht es um die Vorgeschichte des Verbrechens. Die Anklage lautet auf Totschlag. Der Angeklagte ist Afghane. Seine Frau war in Darmstadt geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern waren in den 80er Jahren aus Afghanistan eingewandert.

Konservatives Weltbild

Nach Berichten der jüngeren Schwester hatte sie ihren künftigen Mann bei einem Afghanistan-Aufenthalt kennengelernt und wenig später geheiratet. Doch die junge Ehe war von Anfang an von heftigen Konflikten begleitet, da der Ehemann ihr seine konservativen Vorstellungen aufzwingen wollte. Im Dezember 2009 zeigte die Frau ihren Mann wegen Gewalttätigkeiten an, zog die Anzeige aber wenig später ebenso zurück wie einen Scheidungsantrag.

Am 29. März eskalierte ein Streit, weil der Mann sich weigerte, beim Aufwischen des aus der Waschmaschine ausgelaufenen Wassers zu helfen. Morgen wird der Prozess mit der Aussage des Angeklagten fortgesetzt. (bad)

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