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Tieftauchen und Erste Hilfe

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Das Helfen mit Rettungsbojen gehörte zum Programm des Rettungsschwimmernachwuchses am Walldorfer Badesee.
Das Helfen mit Rettungsbojen gehörte zum Programm des Rettungsschwimmernachwuchses am Walldorfer Badesee. © crs

Am Walldorfer Badesee wird in einem Camp Nachwuchs für die Rettungsschwimmer am Badesee ausgebildet. Zum Programm gehört auch eine Nachtwanderung mit "Explosion".

„Die Juniorretter, die hier ausgebildet werden, sind wirklich abgehärtet“, sagte Maria Steudel vom Jugendrotkreuz Frankfurt-Nordwest. Neben ihrer Organisation hatten die Wasserwacht Frankfurt-Nordwest, die Interessengemeinschaft Rettungsdienst Badesee Walldorf (IRBW) und der Angelsportverein Walldorf (ASV) zum dritten Juniorrettercamp an den Walldorfer Badesee geladen. Vom Sommeranfang war indes nicht viel zu spüren.

Die 27 Mädchen und Jungen, die beim Camp mitmachten, kostete es zwar ein wenig Überwindung, ins etwa 20 Grad kühle Wasser zu steigen. Mit Neoprenanzügen ausgestattet ließ es sich dort aber ganz gut aushalten. Nur beim Verlassen des Sees mummelten sich die Acht- bis Dreizehnjährigen angesichts von 18 Grad Außentemperatur schnell in Bademäntel oder Handtücher. Im beheizten Zelt wärmten sie sich anschließend auf.

In vier Gruppen hatten die Kinder elf Stationen zu bewältigen. Bei einem kleinen Erste-Hilfe-Kurs wurden zunächst die wichtigsten Grundbegriffe vermittelt. Ruhe zu bewahren und sich selbst zu schützen sei wichtig, erklärte Jan Kobbe vom Jugendrotkreuz Frankfurt-Nordwest. Die 112 zu wählen und beim Absetzen des Notrufs die richtige Reihenfolge der fünf Ws – wo, was, wie viele Verletzte und welche Verletzungen – zu nennen sowie das Warten auf weitere Fragen (das fünfte W), gehörte ebenso zum Lernstoff. Vermittelt wurde auch, was bei Bewusstlosigkeit zu tun ist. Außerdem übten die Kinder das Anlegen von Verbänden bei blutigen Verletzungen.

Was beim Rettungsschwimmen zu beachten ist, erfuhren die Kinder in der Theorie, bevor es dann ins Wasser ging. Dabei kamen Bojen, Rettungsringe, Wurfsäcke und Gurtretter sowie Spineboards – das sind Bretter, auf denen Verletzte transportiert werden können – zum Einsatz. In Kleidern zu schwimmen gehörte ebenfalls zu den Übungen. Bei Erschöpfung sei es wichtig, sich zu erholen – die Kinder ahmten dabei den „toten Mann“ nach, ließen sich auf dem Rücken an der Wasseroberfläche treiben, um wieder Kraft zu schöpfen.

Interessante Nachtwanderung

Anstrengen mussten sich die angehenden Juniorretter beim Tieftauchen, denn die Bedingungen im See seien im Vergleich zum Schwimmbad etwas erschwert, erklärte Steudel. Sichtliche Freude hatten die Mädchen und Jungen bei der Kombiübung, bei der sie sich gegenseitig mit der Rettungsboje abschleppten. Natürlich kamen Spiel und Spaß nicht zu kurz. Knut Röhr vom ASV Walldorf gab im Anglerheim an der Knotenstation geduldig Tipps und Tricks weiter. Wer wollte, konnte sich Armbänder basteln.

Zum Programm zählte auch eine spektakuläre Nachtwanderung am See. „Da gab es sogar eine Explosion“, erzählte einer der Jungen. Die Betreuer hatten sich für die Kinder ein paar Streiche ausgedacht. Die Explosion entpuppte sich als Silvesterböller.

Für die Teilnahme am Juniorrettercamp sei das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Silber Voraussetzung. Als „Anwärter“ dürfen aber auch Kinder teilnehmen, die das Schwimmabzeichen noch nicht abgelegt haben, erläuterte Steudel. Am zweiten Tag wurde das vermittelte Wissen geprüft. (eda)

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