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Tiefer Sitz für enge Kurven

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Studenten der TU Darmstadt entwickeln einen Rennwagen und treten damit gegen andere Hochschulen an.

Deutlich leichter und mit abgesenktem Schwerpunkt: In vieler Hinsicht verbessert gegenüber den Vorgängermodellen ist der Rennwagen Epsilon 2010, mit dem das Dart Racing Team der Technischen Universität Darmstadt in diesem Jahr an den internationalen Wettbewerben der Formula Student teilnehmen will. Am Dienstagabend wurde das Fahrzeug im TU-Empfangsgebäude am Karolinenplatz präsentiert.

Etwa 210 Kilogramm wiegt der Rennwagen, das entspricht einer Gewichtsersparnis von rund zehn Prozent gegenüber dem Delta 2009, mit dem das Team im Vorjahr an den Start gegangen war. "Selbst die kleinsten Teilchen werden bei uns aus Karbon gefertigt", erklärt Teamsprecher Thorsten Röse, "Lenkrad, Querlenker, bis hin zur Kurbelgehäuse-Entlüftungsscheibe." Erstmals sind auch die Bremsscheiben aus dem ultraleichten Kohlefaser-Verbundstoff gefertigt. Der Auspuffkrümmer ist aus Titan.

Im Team gibt es eine große Kontinuität, sagt Fahrer Marco Pfalzgraf, der schon 2009 am Steuer saß. Die Erfahrung macht sich bemerkbar: "Dieses Jahr sind wir enorm früh fertig geworden", sagt Röse. Bis zum ersten Rennen bleiben dadurch noch zwei Monate Testzeit. Informatikstudent Pfalzgraf ist zuversichtlich: "So können wir die Kinderkrankheiten aus dem Auto rauskriegen." Erfahrung aus vergangenen Wettbewerben bringt auch Alexander Hinkel mit. Der Maschinenbau-Student war maßgeblich an der Konstruktion des tragenden Monocoques beteiligt.

"Letztes Jahr hatten wir eine schlechte Fahrer-Ergonomie", erinnert er sich. Durch Regeländerungen kann der Fahrer jetzt tiefer und weniger aufrecht platziert werden. Dadurch sinkt der Fahrzeugschwerpunkt um mehrere Zentimeter - ein Vorteil bei den engen Kurven, die bei den Wettbewerben der Formula Student gefahren werden. Getankt wird erstmals Bioethanol-Treibstoff. Das Dart Racing Team will bei drei Wettbewerben an den Start gehen: Anfang August auf dem Hockenheimring, Mitte August am Wachauring in Österreich und Anfang September in Varano de' Melegari in Italien.

Die Industrie zeigt großes Interesse an den Hochschulrennen, an denen inzwischen mehr als 200 Teams aus aller Welt teilnehmen. "Man muss etwa ein Studienjahr opfern", sagt der angehende Maschinenbauer Claas Rodemerk. Dafür komme bei Bewerbungen in der Branche der Hinweis auf die Formula Student gut an. Ein ehemaliges Teammitglied arbeite inzwischen in der Motorsport-Abteilung von Audi, andere hätten Diplomarbeiten bei Porsche verfasst, berichten die Studenten. (bad)

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