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Texte voller Gewalt

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Sorgen mit ihrem Rap-Video für Wirbel: Esat feat. VanChaos & AbiBass.
Sorgen mit ihrem Rap-Video für Wirbel: Esat feat. VanChaos & AbiBass. © Screenshot

Auf der Internet-Plattform Youtube hat eine Formation aus Reinheim einen knapp fünf Minuten langen Clip mit Rap-Musik eingestellt. Nun prüft die Polizei, ob der Text des Sprechgesangs den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

Ein Musikvideo erregt die Aufmerksamkeit der Reinheimer Stadtverwaltung: „Das ist meine Stadt, für dich ist hier kein Platz“ und „ich tret“ dir die Zähne ein“ heißt es in dem Lied „Einheit 64“ – Aussagen, die bei Bürgermeister Karl Hartmann (SPD) Besorgnis auslösen. Auf Nachfrage erklärte er, man habe zwar keine Anzeige erstattet, die Polizei aber gebeten, das Video zu überprüfen. Laut dem Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südhessen, Karl Kärchner, richten sich die Ermittlungen konkret gegen einen 16 und einen 18 Jahre alten Reinheimer.

Auch den Reinheimer Streetworker Hartmut Röder beschäftigt das Video der Rap-Musiker. Zusammen mit dem Bürgermeister und Vertretern des Ordnungsamts hatte er eine erste Bewertung des Clips vorgenommen.

Die meisten der Jugendlichen, die im Film zu sehen sind, kennt er persönlich und steht in Kontakt mit ihnen. Einige gehörten ihm zufolge bereits zum Kreis von „Aggressiv Reinheim“. Eine Bedrohung sieht Röder von der neuen Gruppierung allerdings nicht ausgehen. „Sie wollen Aufsehen erregen, provozieren, die Erwachsenen herausfordern“, fasst er seinen Eindruck zusammen.

Verharmlosen will Röder die gewaltverherrlichenden und frauenverachtenden Sätze freilich nicht. Allerdings geht er davon aus, dass deren Reichweite den Jugendlichen gar nicht richtig bewusst sei.

Er begrüße es grundsätzlich, dass die Jugendlichen lieber kreativ als handgreiflich werden. Dass diese Kreativität sich auch ganz anders als in „Einheit 64“ äußern kann, zeigt ein anderes Musikvideo aus Reinheim: „Einer aus derselben Gruppe hat nämlich auch ein Liebeslied gerappt.“

Die Drohungen aus dem strittigen Musikvideo sind bislang nichts als Worte. Ob sie alleine genügen, um sich strafbar zu machen, wird die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen entscheiden. (ers)

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