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Teures Trostpflaster

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Falsche Bilanzen beim Firmenkauf: Der Energieversorger HSE einigt sich im Fall Mayer außergerichtlich mit einem Geschädigtem - und zahlt ihm eine hohe Summe.

Das Ermittlungsverfahren gegen HSE-Finanzvorstand Holger Mayer und vier weitere Manager wegen Betrugs und Falschbilanzierung im Zusammenhang mit dem Verkauf von zwei Unternehmen ist zwar beendet. Es kam die HSE aber teuer zu stehen. Wie zu erfahren war, einigte sich der Energieversorger außergerichtlich auf die Zahlung einer hohen Summe an einen der Geschädigten. Dem Vernehmen nach soll es sich um 800.000 Euro handeln.

Zum Hintergrund: Die HSE hatte 2004 das Unternehmen Nohl Darmstadt gekauft, dessen größten Teil in den eigenen Konzern integriert und die zwei Nohl-Töchter Brandschutz und Elektro weiterveräußert. Dabei, so der Vorwurf, sollen die Käufer durch falsche Bilanzen über den Wert der Betriebe getäuscht worden sein, die kurz nach dem Transfer in die Insolvenz gingen.

Das Amtsgericht hatte das Verfahren wegen Falschbilanzierung gegen eine Geldauflage eingestellt. Laut Staatsanwaltschaft konnte der weitergehende Tatvorwurf des Betrugs „nicht mit der hinreichenden Verurteilungswahrscheinlichkeit erbracht werden“.

Dagegen legte ein Geschädigter Beschwerde ein. Ein Gericht sollte feststellen, dass sein inzwischen verstorbener Vater beim Kauf der Firma Nohl Brandschutz massiv betrogen worden war. Noch vor einer Entscheidung über die Beschwerde gab es jetzt „eine überraschende Wende“, wie es aus dem Umfeld des Geschädigten hieß. Das Geld sei wohl „ein Trostpflaster auf eine schmerzende Wunde“. (ryp)

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