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Die Tafel merkt, dass die Lebensmittelmärkte anders kalkulieren.

Tafel Gross-Gerau

Tafel schlägt Alarm

Die Tafel hat nicht genug Lebensmittel für die steigende Zahl an Kunden. Nun gibt es einen Aufnahmestopp. Außerdem sollen Berechtigte nicht mehr wöchentlich Lebensmittel abholen, sondern nur noch alle 14 Tage.

Die Tafel Groß-Gerau nimmt für mindestens drei Wochen keine neuen Kunden mehr auf. Das hat das Diakonische Werk mitgeteilt. Es gibt mehrere Gründe für die Entscheidung. Da sei zunächst der Mangel an Lebensmitteln, wie Klaus Engelberty vom Diakonischen Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim mitteilte. Zudem steige die Nachfrage extrem.

„Wir merken schon seit einem halben Jahr, dass die Supermärkte anders kalkulieren“, sagt Marianne Müller, Helferin bei der Tafel. „Viele Märkte verkaufen ihre Ware selbst billiger, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum näher rückt.“ Außerdem werde insgesamt weniger Ware eingekauft, wodurch auch weniger Spenden übrigblieben.

Hinzu komme ein starker Anstieg bei Neu- und Wiederanmeldungen. „Neben den vielen Erstanmeldungen, unter denen auch Flüchtlinge sind, kommen vermehrt Menschen wieder zur Tafel zurück, die zwischenzeitlich ohne Unterstützung auskamen.“ Die Situation in Groß-Gerau spiegele die Entwicklung in ganz Deutschland wider. Aktuell gibt es in Groß-Gerau knapp 600 Berechtigungsausweise, 1500 Menschen profitieren davon. „In den vergangenen Monaten hatten wir eine Steigerung von 20 Prozent“, erklärt Engelberty.

Mit dem vorübergehenden Aufnahmestopp ist auch eine Neuorganisation der Ausgabe verbunden. So sollen die Berechtigten nicht mehr wöchentlich Lebensmittel abholen, sondern nur noch alle 14 Tage.

Die Tafel Groß-Gerau ist für jede Hilfe dankbar: sowohl für ehrenamtliche Unterstützung als auch für Spenden von Märkten. Kontakt: Telefon 06152-949380, E-Mail k.engelberty@diakonie-kreisgg.de. (ers)

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