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Böllenfalltor: Rückbürgschaft der Stadt für Stadionumbau beim SV Darmstadt 98

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Von: Jens Joachim

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Im Darmstädter Parlament gibt es eine Mehrheit für einen Beschluss. Der SVD will indes die Erneuerung des Stadions gegen Young Boys Bern feiern.

Darmstadt - Für den Fall, dass der SV Darmstadt 98 – entgegen den Beteuerungen und Prognosen der Vereinsführung – bei der Finanzierung des derzeit laufenden Umbaus des Fußballstadions am Böllenfalltor in finanzielle Schwierigkeiten geraten sollte, kann sich der Proficlub auf die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Hessen und Darmstadt verlassen.

Die Darmstädter Stadtverordneten haben während ihrer jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit einer weiteren Rückbürgschaft von maximal einer Million Euro gegenüber dem Land Hessen zugestimmt. Das Land würde zudem der SV-Darmstadt-98-Stadion-GmbH gegebenenfalls mit einer weiteren Ausfallbürgschaft in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro zur Seite stehen.

SV Darmstadt 98: Vereinzelte Kritik an „indirekter Subventionierung“ des Profifußballs

Hintergrund für die Vereinbarung weiterer Bürgschaften ist, dass die Stadiongesellschaft als hundertprozentige Tochtergesellschaft des SV 98 wegen zu erwartender Baukostensteigerungen beabsichtigt, den Darlehensrahmen für eine Kreditaufnahme bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI-Bank) um zwei Millionen Euro zu erweitern, um die Gesamtfinanzierung des Bauprojekts sicherzustellen. Für die erweiterte Kreditaufnahme bei der WI-Bank wird zudem angestrebt, dass das Land Hessen eine weitere Ausfallbürgschaft in gleicher Höhe ausgibt.

Blau-weißer Jubel: Die neue Haupttribüne im Stadion am Böllenfalltor soll bis Anfang 2023 komplett fertiggestellt werden.
Blau-weißer Jubel: Die neue Haupttribüne im Stadion am Böllenfalltor soll bis Anfang 2023 komplett fertiggestellt werden. © Jens Joachim

Dem vom Magistrat vorgelegten Vorratsbeschluss zur Übernahme der Rückbürgschaft stimmten alle Stadtverordneten bis auf die Fraktionen von AfD und Uwiga/WGD zu, deren Mitglieder sich entweder enthielten oder dagegen stimmten.

Der Uwiga-Stadtverordnete Erich Bauer, der gegen die Vorlage stimmte, kritisierte die „indirekte Subventionierung des Profifußballs“. Bauer wies auch darauf hin, dass laut der Vorlage „ein verbleibendes Risiko“ bei der Finanzierung des Stadionumbaus der „künftige sportliche Erfolg der Profimannschaft des SV 98“ sei. Derzeit steht der Club in der 2. Fußballbundesliga allerdings auf Platz 1.

Stadion am Böllenfalltor: Wirtschaftliche Lage des SV Darmstadt 98 „stabil“ - Young Boys Bern kommt zur Eröffnung

Die wirtschaftliche Situation sowohl der Stadiongesellschaft als auch des SV 98 bewerten Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Stadtkämmerer André Schellenberg als „stabil“. Aufgrund der weit vorangeschrittenen Bauausführung könne davon ausgegangen werden, dass die Gesamtfinanzierung des Umbauprojekts „weiterhin sichergestellt“ sei. Falls es wider Erwarten zu einer weiteren Kostensteigerung komme, müsse dies der Verein aus Eigenmitteln finanzieren.

Bis Anfang 2023 soll die neue Haupttribüne komplett fertiggestellt werden. Am Samstag, 17. Dezember, soll es bereits ein Eröffnungsfest am Bölle geben. Zu einem Freundschaftsspiel wird dann der Schweizer Topclub Young Boys Bern erwartet, mit denen die Darmstädter Lilien seit 15 Jahren eine Fanfreundschaft verbindet. Der Kartenvorverkauf für das Freundschaftsspiel hat bereits begonnen. (Jens Joachim)

Dass es beim SV Darmstadt 98 sportlich sehr gut aussieht, zeigt nicht nur die Tabellenführung in der 2. Bundesliga. Auch im DFB-Pokal besiegten die Lilien zuletzt den Erstligisten Borussia Mönchengladbach. Im Achtelfinale trifft das Team von Trainer Thorsten Lieberknecht auf Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt.

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