Mörfelden-Walldorf

Südumgehung im „vordringlichen Bedarf“

Baubeginn nicht absehbar / Tempo-30-Zonen sollen Lärm reduzieren

Befürworter der Südumgehung von Mörfelden können sich Hoffnungen machen, dass die Ortsumfahrung realisiert wird. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist das Projekt weiter in der Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Mit einem Baubeginn in absehbarer Zeit ist aber nicht zu rechnen.

Mit dem neuen Verkehrswegeplan werden bundesweit die wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen für die nächsten 15 Jahre festgelegt. In Hessen sind dabei für den Aus- und Neubau von Bundesstraßen und Autobahnen Investitionen in Höhe von knapp acht Milliarden Euro vorgesehen. Die Kosten für die Mörfelder Südumgehung wurden vor einiger Zeit auf 26 Millionen Euro geschätzt.

Bis die endgültigen Kosten feststehen und die Arbeiten beginnen, kann aber noch einige Zeit vergehen, wie Bürgermeister Heinz-Peter Becker berichtete. Nach Ostern stehe das nächste Gespräch mit der zuständigen Verkehrsbehörde Hessen-Mobil an. Derzeit sei dort die Anhörung zur Planfeststellung der Südumgehung für 2017 vorgesehen. Nach der Anhörung müssten die Pläne für die 4,5 Kilometer lange Ortsumfahrung womöglich angepasst werden. In einem nächsten Schritt gingen die Planungsunterlagen an das Verkehrsministerium in Wiesbaden, wo die Planfeststellung erfolge. „Und dann ist mit Klagen zu rechnen“, so Becker. Eine Prognose, wann Bauarbeiten beginnen könnten, wollte er angesichts der noch anstehenden Schritte nicht abgeben.

2,5 Dezibel leiser

Um Lärmbelastungen vorerst auch ohne eine Umgehungstraße zu reduzieren, setzte die Stadt auf den hessischen Lärmaktionsplan und die Einführung zusätzlicher Tempo-30-Zonen. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigte. In dem bereits in Kraft getretenen Lärmaktionsplan für den Straßenverkehr empfiehlt das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) die Einrichtung eines Tempolimits von 30 Stundenkilometer für die B 486. Davon betroffen wären Langener Straße, Westendstraße, Rüsselsheim Straße und Gärtnerweg.

Aufgrund der Temporeduzierung ergebe sich eine Verlängerung der Fahrtzeit um etwa eine Minute und 15 Sekunden. Gleichzeitig sinke der Lärm aber um 2,5 Dezibel, so die Stadt. Eine abschließende Beurteilung und Zustimmung der oberen Straßenverkehrsbehörde stehe noch aus, da einige Lärmwerte fehlten. Als angemessen bewertet das RP eine Tempo-30-Zone für die Ortsdurchfahrt der B 44 in der Gerauer Straße. Der Lärmaktionsplan beinhalte dort ein Tempolimit für die Nachtstunden. In Walldorf wird entlang der B 44 keine Geschwindigkeitsreduzierung empfohlen. Nach dem neuen Lärmaktionsplan sind die Anwohner der Frankfurter Straße aber berechtigt, passive Lärmschutzmaßnahmen für Schlaf- und Kinderzimmer zu beantragen, wenn sie zur B 44 ausgerichtet sind. „Maßnahmen für den Vitrolles-Ring und die Okrifteler Straße stehen noch aus. Dort wird die Stadt Mörfelden-Walldorf in diesem Jahr ein Gutachten zur Ermittlung möglicher Lärmschutzmaßnahmen in Auftrag geben“, so die Mitteilung.

Wann die Tempo-30-Schilder aufgestellt werden, ist noch unklar. Die Entscheidung darüber hat der Kreis Groß-Gerau. (eda)

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