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Darmstadt/Kreis Groß-Gerau: Forstämter erwarten starken Maikäferflug

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Von: Claudia Kabel

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Das frische Grün der Laubbäume den Maikäfern besonders gut.
Das frische Grün der Laubbäume den Maikäfern besonders gut. © HessenForst

Experten sagen für dieses Jahr besonders viele fliegende Krabbler voraus. Vor allem für Darmstadt und den Kreis Groß-Gerau werden mehr Maikäfer erwartet.

Experten sagen für 2022 einen starken Maikäferflug für Südhessen voraus – die Zahl der erwarteten Käfer hat sich dabei drastisch erhöht. Vor allem im Kreis Groß-Gerau und in Darmstadt bereiten sich die Forstämter auf das Ausströmen der Waldmaikäfer in Mai und Juni vor.

„Straßensperrungen wird es aber nicht geben“, sagt Klaus Velbecker, Leiter des Forstamts Groß-Gerau, der Frankfurter Rundschau. Allerdings werde man Warnmeldungen für den Verkehr herausgeben, wie man dies auch vor vier Jahren getan habe. Es sei einem schon unangenehm, wenn die zweieinhalb Zentimeter großen Käfer auf der Autobahn auf die Windschutzscheibe „platschen“. Sie könnten auch in Schwärmen mit mehreren tausend Tieren auftreten. Maikäfer entwickeln sich im Lebenszyklus von vier Jahren vom Ei, das im Gras abgelegt wird, über den Engerling zum Käfer, der aus dem Boden kriecht.

Krabbler

Maikäfer zählen zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). In Deutschland kommen drei Arten vor: der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani), der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) und der sogenannte Glücksmaikäfer (Melolontha pectoralis). Letztgenannter tritt sehr selten auf.

Wald- und Feldmaikäfer sind leicht zu verwechseln. Bei beiden Arten gibt es zahlreiche Farbvarianten und verschiedene Größen. Der Waldmaikäfer ist jedoch rötlich-braun gefärbt und mit ca. 20 bis 25 Millimeter etwas kleiner als der Feldmaikäfer. Der Feldmaikäfer ist eher gelblich-braun und circa 20 bis 30 Millimeter groß.

Der seltene Glücksmaikäfer hat die Form und Größe eines typischen Maikäfers. Beim Weibchen ist jedoch die Spitze des Hinterleibs kaum verlängert. Kopf und Halsschild kann unterschiedlich gefärbt sein, von schwarz bis braunrot. cka

Hessisches Ried: Larven fressen Wurzeln der Bäume an

Im Auftrag von Hessen Forst macht die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt im Hessischen Ried alle vier Jahre Probegrabungen, um die Zahl der Larven zu bestimmen. 2021 wurde an 1268 Rasterpunkten gegraben. Es sei aufgefallen, dass die Zahl der Stellen, an denen man mehr als 20 Engerlinge pro Quadratmeter fand, gestiegen ist, sagt Velbecker. An manchen Stellen habe man 52 Larven gefunden. Dabei seien ein bis drei Larven „schon kritisch für den Wald“. Das Problem sind weniger die Käfer, die sich an jungen Blättern von Bäumen gütlich tun, sondern die Engerlinge: Denn die Larven fressen die Wurzeln der Bäume an. Diese können dann kein Wasser und keine Nährstoffe mehr aufnehmen – sie vertrocknen oft auf großer Fläche und verlieren die Verankerung. Selbst ältere Bäume litten unter den Wurzelschäden, teilt Hessenforst mit.

Maikäfervorkommen verlagert sich nach Norden

Laut der Untersuchungen hat sich das Vorkommen der Maikäfer von Lampertheim im Süden Richtung Norden verlagert. Die Kühkopfaue und der Bereich um Weiterstadt seien inzwischen weniger betroffen. Dafür erwartet man im Bereich um Darmstadt, Groß-Gerau und südwestlich des Frankfurter Flughafens viele dieser Insekten. Eine wissenschaftliche Erklärung, woran die Verschiebung liegt, gebe es noch nicht, so Velbeck.

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