1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Studenten schauen nach innen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Studenten des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt (HDA) zeigen ihre Semesterarbeiten zum Thema Innenwelten.

Innenwelten, das ist ein reizvolles Leitmotiv in einer Zeit, in der vieles zum Äußerlichen tendiert. Oberflächen aufzubrechen, kreativ und mit der Kamera, das war die Aufgabe, die Andrea Diefenbach, Dozentin am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt (HDA), ihren Studenten im Sommersemester gestellt hatte. Aber kann es das überhaupt geben – eine Innenwelt? Ist das Sichtbare und damit bildlich Darstellbare nicht immer außen? Ist „Welt“ nicht das Gegenbild zum Verinnerlichten?

Röntgenbilder zeigt jedenfalls keiner der HDA-Studenten, deren Fotos nun in der schönen Ausstellungshalle im Darmstädter Olbrichweg hängen. Im Gegenteil: Man kann eine Aufgabe auch erfüllen, indem man sich ihr verweigert. Markus Seibel und Louisa Galow zum Beispiel haben Darmstädter Studenten porträtiert. Deren Gesichter bleiben dabei letztlich verschlossen. Zu enträtseln, welche Innenwelten die jungen Menschen bergen, ist Sache des Betrachters.

Aus Mimesis wird Utopie

Mika Sperling sucht in ihren Bildern nicht den singulären Moment, sondern die verlaufende Zeit. Die (ab-)bildende Kunst gewinnt so einen literarischen Charakter, aus Mimesis wird Utopie. Sperlings Bilderreihe erzählt einen Ferientag, in lauter Annäherungen; Lümmeln auf dem Sofa, SMS im Auto, Blick in einen Tümpel. Der Tisch mit dem vollen Aschenbecher ist schon wieder verlassen.

Innenwelten sind bei Mika Sperling die Räume der Zeit. Und da jeder Vergangenheit eine Zukunft gegenüberliegt, steckt in den Bildern auch die Hoffnung, dass morgen alles anders wird; besser, versteht sich.

Ganz frei von Philosophie, dagegen mit ungestümer Komik präsentiert Tim Peukert seine „Innenwelten“, die hier mehrfach gebrochene Drinnen-Draußen-Welten sind, nämlich die Areale des Frankfurter Zoos. Dort beobachtete Peukert Menschen, die Tiere beobachten, die Menschen beobachten, fotografierte Fotografen. „Eine kleine Welt in der großen Umwelt“, sagt der Student lachend, „mal humorvoll betrachtet“. (ers)

Auch interessant

Kommentare