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Strom vom Dach

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Monteure bringen Photovoltaik-Zellen auf einem Dach an.
Monteure bringen Photovoltaik-Zellen auf einem Dach an. © dapd

Die Energiegenossenschaft Darmstadt feiert Richtfest in K 6: Auf drei Dächern in Kranichstein entstehen Photovoltaik-Anlagen.

In Kranichstein sind drei neue Photovoltaik-Anlagen im Bau. Finanziert werden die Stromerzeuger von einer Energiegenossenschaft, Ende Oktober sollen sie ans Netz gehen.

Ende vergangenen Jahres hat Stefanie Klement mit Bürgern aus Kranichstein die Energiegenossenschaft Darmstadt gegründet, um den Umstieg auf erneuerbare Energien auch vor Ort umzusetzen. Das erste Projekt feierte nun Richtfest: Auf drei Dächern im Kranichsteiner Neubauviertel K?6 sind Photovoltaik-Anlagen im Entstehen.

„Wir sind eine reine Bürgerinitiative, an der keine Banken oder Institutionen beteiligt sind“, erklärt Stefanie Klement. Das heißt, alle Projekte müssen selbst finanziert werden, die Kreditgeber sind die Mitglieder der Genossenschaft. Der Vorteil: auf diese Weise wird der gesamte Gewinn an die Teilhaber weitergegeben. Die meisten der 86 Mitglieder wohnen neben ihren Investitionen.

Im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsformen hat in der Energiegenossenschaft jedes Mitglied eine Stimme, unabhängig von der Höhe der Einlage. Dies sei auch ein Grund dafür, dass die Teilnehmer am Projekt engagiert und motiviert bei der Sache gewesen seien. Mit Beträgen zwischen 1000 und 5000 Euro sind die meisten Mitglieder beteiligt. Seit zwei Wochen ist die Energiegenossenschaft Darmstadt auch Mitglied im Genossenschaftsverband.

Insgesamt 177 000 Euro kostet die Installation der Anlagen, die auf den Parkhäusern aufgestellt werden. Strom für fast 150 Personen soll nun bereitgestellt und ins Netz eingespeist werden. Vor dem Hintergrund der sinkenden Einspeisevergütung eine Herausforderung – auch an die geplanten Folgeprojekte. „Einfach eine Anlage auf ein Dach stellen und einspeisen, das wird nicht mehr rentabel sein“, weiß Klement.

Deshalb ist die Energiegenossenschaft auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und fahndet nach Partnern für Pilotprojekte. „Wir brauchen geeignete Dächer, unter denen im Idealfall schon der Abnehmer selbst sitzt: Kindergärten, Schulen, kleine Unternehmen.“ Aber auch andere Formen nachhaltiger Energieerzeugung sind denkbar, festgelegt auf Photovoltaik ist man nicht. (eda.)

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