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Einen „Fluss“ aus Wolle planen die Initiatorinnen einer Strick-Aktion für die Treppe des Schlösschens im Prinz-Emil-Garten.

Darmstadt Kunst

Stricken fürs Schlösschen

Ein Fluss aus Wolle für die Treppe des Schlösschens: Vier Künstlerinnen laden alle Handarbeiter mit Strick- oder Häkelerfahrung ein, an einer Installation rund ums Schlösschen im Bessunger Prinz-Emil-Garten in Darmstadt mitzuwirken.

Zu einer Handarbeitsaktion laden die Künstlerinnen Steffi Fey-Sharifian, Gerlind Küppers, Adele Vetter und Ute Irmscher-Lehn ein: Wer Lust zum Stricken oder Häkeln hat, kann mitmachen, damit im Herbst möglichst viele Stücke Teil einer Installation rund ums Schlösschen im Prinz-Emils-Garten werden.

Wie umfangreich dieses Bessunger Projekt werden wird, kann niemand voraussagen. Doch am Montagnachmittag sitzen etwa 20 Frauen um einen großen Tisch im Schlösschen im Prinz-Emils-Garten zusammen, um von den Initiatoren mehr über das Künstler-Projekt zu erfahren. „Wir wollen den Park bestricken, ihn lustig und bunt machen und mit Menschen ins Gespräch kommen“, sagt die Malerin Adele Vetter.

Steffi Fey-Sharifian habe schon in Arheilgen viel Erfahrung im Einstricken gesammelt, erzählt die 42-Jährige, so etwas wollten sie auch gern in Bessungen machen. In Sandra Freitag haben sie eine engagierte Unterstützerin gefunden: „Wir freuen uns über jede kreative Gruppe, die hier arbeitet“, betont die 40 Jahre alte Leiterin des Nachbarschaftsheims. Solche Ideen belebten das Schlösschen und lenkten die Aufmerksamkeit auf sein Angebot, das von Konzerten über Vorträge und Lesungen bis hin zu Gesellschaftsspielen, Theateraufführungen, Filmen und Ausstellungen reicht.

Die Strick- und Häkel-Installation soll im Herbst bei einem „Tag der offenen Tür“ der Öffentlichkeit präsentiert werden. Eine der Ideen der Initiatorinnen ist es, die handgefertigten Stücke, die eine Breite von 50 Zentimetern und eine Länge zwischen 20 und 250 Zentimetern haben sollen, als „Fluss“ vom Portal des Gartenschlösschens über die Wiese bis hinunter zum Teich fließen zu lassen.

„Wenn wir aber sehr, sehr viele Stücke haben“, denkt Bildhauerin Ute Irmscher-Lehn schon mal laut nach, „könnte das handgefertigte Kunstwerk auch noch durch die Fenster des Schlösschens laufen“. Farben, Wollarten, Nadelstärken oder Handarbeitsarten spielten dabei keine Rolle, wichtig seien vielmehr möglichst zahlreiche fleißige Hände.

Lampenschirme für den Park

Am Montag sind schon etliche der Frauen eifrig am Häkeln und Stricken und voller Eifer dabei. Neugierig auf diese Gemeinschafts-Installation ist Angela Ohlen genauso wie Nicole Baamoudi. Auch Hannelore Schmidt-Teske und Andrea Kautz sind sehr interessiert. „Wenn Christo das schafft, den ganzen Reichstag zu verhüllen, können wir sicher den Fluss hinkriegen“, lautet die einstimmige Meinung.

Die Frauen finden auch die Idee prima, Lampenschirme für den Park anzufertigen, die sie hinterher für einen guten Zweck, für den Kindergarten im Schlösschen, verkaufen könnten. „Wir haben auch vor, die Bänke einzustricken“, sagen die Künstlerinnen. Dafür können sie jedwede Wollreste gebrauchen, die noch irgendwo in Darmstadt ungenutzt schlummern.

Wer schon ein Häkel- oder Strickkunstwerk fertig hat, kann dieses in den Sammelkorb geben, der bereits jetzt eigens dafür im Bessunger Nachbarschaftsheim bereitsteht. eda

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