Informationen für Betroffene im Internet

Die Mobbingstopper

Stress hat viele Gesichter: Burnout, Boreout (Unterforderung am Arbeitsplatz), Gewalt in Beziehungen, Mobbing und Stalking direkt oder über das Internet – die Liste ist lang. Studierende der Hochschule Darmstadt haben nun all diese unterschiedlichen Formen von Stress auf einer Internetseite erklärt.

Die Mobbing-Stopper der Hochschule Darmstadt, rund 35 Studenten der Sozialen Arbeit unter Leitung des medienpädagogischen Mitarbeiters Wolfgang Thau, haben diese Informationen in den vergangenen zwei Semestern zusammengetragen.

Die Namensgebung der Seite „www.stopptdiemobber.de? kam ebenfalls von den Studenten und stieß nicht überall auf Begeisterung, wie Wolfgang Thau einräumt: „Weil es so radikal klingt“. Sozialpädagogen tendierten ja immer zum Verständnis für beide Seiten. „Aber wir wollten Farbe bekennen und es benennen.“

Ein Aspekt war auch, inwieweit die Studierenden selbst von Stress betroffen sind, gerade durch die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Denn alles, was sie zum Thema Stress gefunden hatten, bezog sich nur auf die Arbeitswelt, erinnert sich Student Benjamin Zehren (26). Kaum ein Student wisse, wohin bei Belastung. So dient die Internetseite auch als „Plattform für Studis, zur Aufklärung und für Infos zur Hilfestellung“, wie er sagt.

Der Bedarf ist offensichtlich da: wöchentlich verzeichnet die Seite der Mobberstopper rund 30?000 Besucher. „Das hängt auch mit der Präsenz des Themas in den Medien zusammen“, sagt Wolfgang Thau.

Auswege aufzeigen

Dazu kommt, dass die Zusammenstellung über Formen von Stress zumindest in Deutschland einmalig ist, sagen die Studenten über ihr Projekt. „Es gibt viele englische Homepages, aber keine Plattform, die über alles informiert“, hat Benjamin Zehren festgestellt. „Mir ist auch nicht bekannt, dass es in dieser Form noch etwas gibt“, bestätigt Medienpädagoge Thau.

Der Dozent und die Studierenden sind noch nicht am Ende. Zuletzt haben sie ihre Webseite um rechtliche Hinweise ergänzt. Verleumdung im Internet oder die Verbreitung verletzender Bilder oder Videos, zum Beispiel, sind Straftatbestände. Dazu wird das Recht am eigenen Bild und damit das Urheberrechtsgesetz verletzt. Für die Opfer ist auch das wichtig zu wissen. „Wenn ich weiß, gegen welche Paragrafen verstoßen wird, bin ich handlungsfähiger“, sagt Wolfgang Thau. Als nächstes sollen auf der Homepage auch Auswege aus der Stresssituation aufgezeigt werden.

Für Benjamin Zehren ist das Projekt zu einer Herzensangelegenheit geworden. „Das ist nichts, was man für den Dozenten macht“, sagt er, „oder für den Schein.“ Wolfgang Thau geht es ähnlich. „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, das mit den Studenten auf dem neuesten Stand zu halten“, sagt er. Es geht also weiter bei den Mobbingstoppern. ( rwb)

Das Angebot der Studenten im Netz: www.stopptdiemobber.h-da.de.

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