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Darmstadt: Streit um Akaziengarten beschäftigt Politik

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Von: Claudia Kabel

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Im Darmstädter Akaziengarten wurden in den vergangenen Tagen Bäume gefällt.
Im Darmstädter Akaziengarten wurden in den vergangenen Tagen Bäume gefällt. © Rolf Oeser

Die Darmstädter Linke will die Hintergründe der Baumfällungen in der historischen Gartenanlage ergründen. Initiativen kündigen weitere Proteste an.

Der Streit um den Zustand des Akaziengartens in Darmstadt beschäftigt zunehmend auch die Politik. Nach Gesprächen zwischen Bürgerinitiativen und den Grünen im Landtag hat nun die Darmstädter Linksfraktion eine kleine Anfrage zu den aktuellen Fällungen von 42 Bäumen an den Magistrat gestellt.

Außerdem wurden Fragen auch an die Linksfraktion im Landtag weitergegeben, „um zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen“, wie Stadtverordnete Maria Stockhaus mitteilte.

Akaziengarten Darmstadt: Linke stellt Anfrage

In ihrer Anfrage geht es auch darum, wie viele Bäume, die unter die Baumschutzsatzung der Stadt Darmstadt fallen, seit 2008 im Akaziengarten gefällt wurden, und mit welcher Begründung das genehmigt wurde.

Zwar gehört der 1817 von Großherzog Ludewig I. angelegte Park dem Land Hessen, und der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) ist für die Pflege des einstigen Kleinods zuständig. Jedoch muss laut Stockhaus das Umweltamt der Stadt Darmstadt die Fällungen freigeben.

Der Akaziengarten im Jahr 2009.
Der Akaziengarten im Jahr 2009. © privat

Darmstadt: Linke hinterfragt Anträge für Fällungen

„Nur zu häufig werden alle im Antrag hinterlegten Bäume gefällt und nur selten (werden) einzelne Bäume aus der Fällung herausgelöst“, so Stockhaus. Die Linksfraktion wolle daher auch herausarbeiten, wie die Überprüfung der Fällanträge erfolgt, und wann von diesen Anträgen abgewichen wird.

Besonders wichtig seien auch die Aspekte der Bewässerung und weitere Bodenuntersuchungen, um die Ursachen der Zustandsverschlechterung des Parks genauer bestimmen und damit auch passende Maßnahmen ergreifen zu können, sowie Fragen zum Budget und mögliche Pläne zur Übergabe der Verantwortung für den Akaziengarten von der LBIH zu einer geeigneten Behörde.

Akaziengarten Darmstadt: „ „Zustand der permanenten Vernachlässigung“

Aktuell weise der Akaziengarten einen „Zustand der permanenten Vernachlässigung auf, und jede Fällung schade ihm weiter“, so Stockhaus. Im Fall eines nicht umgesetzten Habitatschutzes schade dies auch der Artenvielfalt vor Ort.

Der Akaziengarten in Darmstadt 2021.
Der Akaziengarten in Darmstadt 2021. © privat

Erst vor wenigen Tagen hatte die Initiative Pro Akaziengarten noch einmal Schilder an einzelnen Bäumen angebracht, die diese als „bewohnt“ kennzeichnen – etwa durch Spechte. Denn einst galt der Akazienpark als Tummelplatz zahlreicher – zum Teil seltener – Arten. Betrachtet man Luftaufnahmen, ist der Park inzwischen zu einer Brache verkommen.

Darmstadt: Kritik an Landesbetrieb wegen Zustand des Akaziengartens

Bereits 2009 seien erste Schäden an den Bäumen erkennbar gewesen, so Stockhaus, und das LBIH als Immobilienverwalter habe nichts unternommen. Es habe keine Nachpflanzungen gegeben, wie die Luftaufnahmen deutlich zeigten.

Das LBIH hatte im Dezember ein Konzept präsentiert, das eine denkmalgerechte Bepflanzung der Gartenanlage vorsieht. Zuvor hatte eine neue Initiative namens „Revolutionäre Akaziengarten Front“ auf eigene Faust Anpflanzungen nach historischen Vorlagen vorgenommen. Diese sollten dann wieder entfernt werden, hatte das Land gefordert.

Vereine wollen Akaziengarten im Verlegerviertel in Darmstadt erhalten

Der Verein Zusammen in der Postsiedlung engagiert sich ebenfalls für den Park. Gemeinsam mit dem Verein Pro Akaziengarten hatte man sogar dem Land angeboten, selbst die Pflege des Parks im Verlegerviertel zu übernehmen. Von den neuesten Baumfällungen habe man nur aus der Zeitung erfahren. „Etwas anderes hätte uns ehrlich gesagt auch überrascht“, heißt es auf der Vereinswebseite.

Die Linke will nach dem Erhalt der Antworten überlegen, wie sie die verschiedenen Initiativen rund um den Akaziengarten weiter unterstützen und somit einen wichtigen Naherholungsraum erhalten könne. Laut dem Postsiedlungsverein ist eine Fortsetzung der Proteste geplant.

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