1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Streit über Finanzen der Klinik

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Prekäre Lage Thema im Ausschuss.

Der Sozialausschuss des Kreistags hat sich am Dienstag mit der ernsten wirtschaftlichen Lage der Kreisklinik befasst. Zurzeit halte man Ausschau nach einem (finanz-)starken Kooperationspartner für das Krankenhaus, sagte Landrat Thomas Will (SPD). Gespräche mit potenziellen Kandidaten seien im Gang.

Will äußerte sich zuversichtlich, den Kreistagsgremien bis zur November-Sitzungsrunde einen Beschlussvorschlag präsentieren zu können – auf dass die Kreisklinik „in neuer Aufstellung zum 1. Januar 2017 hier am Standort Groß-Gerau eine gute Gesundheitsversorgung sicherstellen“ könne.

Kreis sucht nach Investor

Mit den Stimmen der rot-grünen Koalition – gegen das Nein der FDP/FW-Fraktion bei Enthaltung der CDU und Linke/Offene Liste – hat der Ausschuss befürwortet, dass Landrat Will in der Gesellschafterversammlung der Klinik den Jahresabschluss 2013 feststellt. Daraus geht ein Bilanzverlust von 6,6 Millionen Euro hervor. Die bis 2013 entstandenen Verluste sind vom Kreis bereits übernommen worden.

Der Ausgleich des für 2014 prognostizierten Verlusts von rund 5,3 Millionen Euro soll über die Haushaltsjahre 2014 (2,7 Millionen), 2015 (1,2 Millionen) und 2016 (1,4 Millionen) verteilt werden. Der Verlustausgleich für 2015, wo ein Minus von 4,2 Millionen Euro prognostiziert ist, soll in den Haushaltsjahren 2015 (1,83 Millionen), 2016 (239 000 Euro), 2017 (1,96 Millionen) und 2018 (174 000 Euro) geschehen.

Das Eigenkapital der Klinik, in diesem Jahr um 150 000 Euro aufgestockt, soll 2016 um weitere 400 000 Euro gestärkt werden. Über den Wirtschaftsplan 2015 sowie den Finanzplan 2014 bis 2018 wird erst im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) abgestimmt, da die FDP/FW-Fraktion noch Informationsbedarf hat.

In dem Antrag wollen Freidemokraten und Freie Wähler erreichen, dass der alten Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat für 2013 und die ersten drei Quartale 2014 die Entlastung versagt wird. Entsprechend sollen die Kreisausschussmitglieder in der Gesellschafterversammlung der Kreisklinik abstimmen.

FDP und FW sehen die Gründe der prekären Lage der Klinik in einem Mangel an Managementkompetenz und nicht allein in den schwierigen finanziellen Bedingungen im Gesundheitswesen. Sie beriefen sich dabei auf einen Lagebericht zum Kreiskrankenhaus, in dem dessen Interimsgeschäftsführer der Klinik „hausgemachte Ineffizienzen“ bescheinigt. (dirk)

Der Haupt- und Finanzausschuss tagt am heutigen Donnerstag, 19. März, im Groß-Gerauer Landratsamt (17 Uhr/Raum Peter Schöffer).

Auch interessant

Kommentare