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Streit um barrierefreien Zugang

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Antrag der DKP/LL zur Trauerhalle

Bis zur Kommunalwahl sind es noch knapp neun Monate. Im Mörfelden-Walldorfer Stadtparlament gab es aber schon einmal einen Vorgeschmack, wie die Auseinandersetzungen in den kommenden Monaten aussehen könnten.

Das Thema selbst war überschaubar. Die DKP/LL hatte beantragt, einen barrierefreien Zugang zur Trauerhalle in Walldorf zu schaffen. Derzeit hindere eine „hohe Stufe“ Rollstuhlfahrer am Zugang, hieß es im Antrag. Den Verweis darauf, dass die Halle über den Seitenausgang, aus dem auch die Särge herausgetragen werden, ohne Hindernisse zu erreichen sei, wollte Gerd Schulmeyer so nicht akzeptieren.

„Es wird überall davon geredet, dass Menschen mit Handicap den gleichen Zugang wie Nichtbehinderte haben sollten. Dann aber bitte nicht durch den Lieferanteneingang“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der DKP/LL – und rief mit dieser Wortwahl Empörung bei vielen anderen Stadtverordneten hervor. Wie Schulmeyer weiter ausführte, könne „das bisschen Beton für eine Rampe“ doch nicht die Welt kosten. „Wenn das 50 000 Euro für die Planung und 300 000 Euro für die Umsetzung kosten würde, wäre das was anderes.“

SPD und Grüne lehnen ab

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) legte dar, dass es kein Problem sei, eine Rampe zu schaffen. Entscheidend sei, wie es im Gebäude weiter gehe. Hinter dem Haupteingang befinde sich die Treppe zur Empore, der Gang sei vergleichsweise schmal. Rollstuhlfahrer fänden so nur schwer einen geeigneten Platz, während es im vorderen Teil der Trauerhalle genügend Aufstellflächen gebe. Im Übrigen werde auch in der Mörfelder Trauerhalle der Nebeneingang genutzt.

Als „etwas pietätlos“ bezeichnete Jan Körner (CDU) Schulmeyers Wortwahl zum Seiteneingang, signalisierte ansonsten aber Zustimmung zum Antrag. „Lassen sie uns pragmatisch sein“, erklärte er. Auf Attacke war indes CDU-Fraktionschef Karsten Groß aus. Er warf der rot-grünen Koalition vor, für sich in Anspruch zu nehmen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Sinnvolle Anträge der Opposition würden abgelehnt, weil sie den falschen Absender hätten.

Der Antrag sei „eigentlich obsolet“, weil es schon einen barrierefreien Zugang gebe, äußerte Bernhard Kinkel (Grüne). Jan Körner und Karsten Groß seien aber „voll auf Wahlkampf“ eingestellt. Kinkel empfahl mehr Augenmaß. „Dann könnte man sich solche Anträge sparen.“ Letztlich votierten CDU, DKP/LL, FDP und der Einzelabgeordnete Volker Arndt für den Vorstoß, den SPD und Grüne ablehnten. (mz)

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