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Vom Strauch auf den Tisch

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Klaus-Dieter Glaser freut sich über die reifen Tomaten.
Klaus-Dieter Glaser freut sich über die reifen Tomaten. © Claus Völker

Im Kleingartenverein Wixhausen ist Erntezeit. Die Schrebergärtner aus Leidenschaft freuen sich über Obst und Gemüse aus eigenem Anbau.

Gurken, Bohnen, Salat, Tomaten und Obst aus dem eigenen Garten: Derzeit gibt es für die Schrebergärtner im Kleingartenverein Wixhausen jede Menge zu ernten.

Die Wege durchs Gärtnerparadies sind schnurgerade und saubergefegt. Prächtig blühende Dahlien wechseln sich mit Tomatenstauden ab und die Zwetschgen- und Apfelbäume tragen schwer an ihren Früchten. Zwischen zwei Bäumen schaukelt eine Hängematte. „So muss es sein“, sagt Klaus-Dieter Glaser zufrieden. Der Vorsitzende des Vereins Am Sandweg ist dafür verantwortlich, dass alles seine Ordnung hat.

Ordnung heißt in diesem Fall, dass die Gärten gepflegt werden. Da kann gerne ein Salatbeet von Kräutern, Himbeeren und Rosenstöcken umgeben sein und Gemüse zwischen Heidekräutern und Ziergräsern wachsen – nur Unkräuter wie Giersch und Wegerich sind auf der Anlage unerwünscht. Einen Muster-Schrebergarten hat Christel Stier. In den zwei Jahren, die sie ihn jetzt besitzt, hat sie die Parzelle zusammen mit ihrem Mann zu einem Schmuckstück gemacht: Sommerblumen blühen in Rabatten, vorne lädt eine Holzbank zum Ausruhen ein, der Nutzgarten ist in der hinteren Ecke angelegt, die Laube frisch gestrichen. Ihr ganzer Stolz ist der Teich: Sie freut sich jeden Tag an den Goldfischen, die derzeit Nachwuchs haben. Die Arbeit, die der Garten macht, schreckt sie nicht. Sie jätet Unkraut und hegt und pflegt alles, was wächst. Auch Maulwürfe bringen sie nicht aus der Ruhe: „Der Garten ist mein zweites Wohnzimmer. “

Hannelore Goder, Schriftführerin des Vereins, ist seit der Vereinsgründung dabei. „Früher war das hier ein Spargelacker“, erinnert sie sich. Ursprünglich war ihr Mann der Gärtner in der Familie, nach seinem Tod übernahm sie die Parzelle.

Ihren Garten besucht Goder jeden Tag. Auch im Winter schaut sie regelmäßig vorbei. „Das ist wunderschön, wenn alles eingeschneit ist.“ Den Frühling mag sie am liebsten. Sie genießt die Zeit, wenn sich die Pflanzen nach und nach zeigen. Im Herbst ist sie vor allem mit dem Laub beschäftigt, das sie zusammenkehrt. „Es gibt immer etwas zu wursteln.“

Vereinschef Glaser ist seit zwölf Jahren Kleingärtner. Die Hauptgartenarbeit machte zunächst seine Frau, er war für die Einrichtung und für Reparaturen zuständig. Tipps und Tricks hat er sich bei erfahrenen Kollegen abgeguckt. „Das ist besser als Bücher zu wälzen“, sagt er. Anfangs bestand seine Parzelle aus Rasen und ein paar Blumen, heute wachsen dort verschiedene Obst- und Gemüsesorten.

André Reck, zweiter Vorsitzender und Kleingärtner seit 17 Jahren, findet, dass das Interesse am Vereinsleben nachgelassen hat. Vielleicht, so seine Vermutung, liegt es daran, dass der Berufsalltag stressiger geworden ist. „Die Leute wollen nur noch ihre Ruhe.“ In Wixhausen sind zwar alle Parzellen belegt – aber auf der Warteliste stehe nur ein Interessent.

Reck selbst ist ein großer Gartenfreund. „Ich kenne das nicht anders.“ Er ist in einem Dorf in Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Als Kind hat er im Garten seiner Eltern Gemüse geerntet und Unkraut gezupft – heute sei das anders: „Viele Kinder denken doch, Kartoffeln wachsen auf Bäumen und die Schokolade kommt von der lila Kuh.“ (hin.)

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