Darmstadt

Strategische Steuerung der Stadtwirtschaft

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Vor zehn Jahren hat die Stadt der Heag das Management über die mehr als 100 städtischen Beteiligungen übertragen. Die Vorstände agieren wie Unternehmensberater.

Energie und Wasser, Immobilien, Mobilität, Gesundheit und Soziales, Telekommunikation und Informationstechnologie, Entsorgung und Abwasser sowie Kultur und Freizeit: Die Darmstädter Stadtwirtschaft besteht aus einem Konglomerat von mehr als 100 Beteiligungen mit einer mittelbaren oder unmittelbaren städtischen Anteilsquote von mindestens 20 Prozent. Vor gut zehn Jahren hat de Stadt der Heag das Management über diese Beteiligungen übertragen.

Die Heag-Vorstände Klaus-Michael Ahrend und Markus Hoschek fungieren dabei wie interne Unternehmensberater, wenn es um die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Stadt geht. In den vergangenen zehn Jahren haben Ahrend und Hoschek im Auftrag der Stadt und mit demokratischer Steuerung durch Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) als Aufsichtsratsvorsitzendem der Heag, den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung einen Prozess in Gang gesetzt, der die Strukturen der Stadtwirtschaft nachhaltig verändert hat.

Am Beispiel der Entwicklung der Lincoln-Siedlung wird nach den Worten von OB Partsch deutlich, wie mehrere Stadtwirtschaftsunternehmen miteinander kooperieren und „wie Gewerke ineinandergreifen“. So arbeitet der städtische Bauverein, der für die städtebauliche Entwicklung der Siedlung verantwortlich ist, eng mit der Entega, Heag mobilo und der Entega-Tochter Medianet zusammen, um das neue Stadtquartier mit Energie, modernen Mobilitätsangeboten sowie schnellen Internetverbindungen zu versorgen.

Die Heag-Vorstände sprachen sich etwa bei der früheren HSE (heute Entega) für eine Rekommunalisierung aus. So erwarb die Heag 2012 weitere 40 Prozent HSE-Anteile vom Konzern Eon. Der Bauverein schaffte seit 2008 mehr als 1000 neue Wohneinheiten. Und Heag mobilo erweiterte das Straßenbahn- und Busnetz in und um Darmstadt. Nach den Worten von Partsch, Ahrend und Hoschek haben die Stadtwirtschaftunternehmen in den vergangenen Jahren 2,6 Milliarden Euro in die Daseinsvorsorge der Stadt und der Region investiert.

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