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Die Straßenbahnlinie 3 endet derzeit an der Lichtenbergschule, soll aber bis zur Heidelberger Straße weitergeführt werden.

Darmstadt

Straßenbahnlinie 3 in Darmstadt wird saniert und verlängert

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Die Infrastruktur entlang der Tramstrecke im Stadtteil Bessungen wird erst von 2023 an erneuert und nicht - wie bisher geplant - schon von Februar nächsten Jahres an.

Die Arbeiten zur Erneuerung der Infrastruktur entlang der Straßenbahnlinie 3 im Darmstädter Stadtteil Bessungen werden erst im Jahr 2023 und nicht - wie bisher geplant – schon im nächsten Februar beginnen. Das hat Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch (Grüne) den Stadtverordneten während der jüngsten Sitzung mitgeteilt. Damit sollen die zahlreichen Bauarbeiten in der Stadt zeitlich „entzerrt“ werden.

Zunächst sei geplant, die Arbeiten zum Bau der Lichtwiesenbahn, den Umbau des Fußballstadions und geplante Bauarbeiten an der Nieder-Ramstädter Straße zu beenden, sagte Oberbürgermeister Partsch. Erst danach werde mit dem gemeinschaftlichen Projekt entlang der Trambahnlinie 3 begonnen.

Gegen die Stimmen der Linken und bei Enthaltung der Fraktionen AfD, Uwiga und eines fraktionslosen Stadtverordneten hat das Stadtparlament mit großer Mehrheit der Erneuerung der Straße und des Kanals der Ludwigshöhstraße zwischen der Weinbergstraße und der Landskronstraße zugestimmt.

Der städtische Kostenanteil beträgt 440 000 Euro für die Straße und 1,5 Millionen Euro für den Kanal. Zudem müssen die Hauseigentümer Straßenbeiträge entrichten.

Insgesamt sollen die Arbeiten zwischen der Brauerei Grohe und dem derzeitigen Endhaltepunkt der Bahn an der Lichtenbergschule in drei Bauabschnitte aufgeteilt werden. Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um ein gemeinschaftliches Projekt der Stadt, dem Nahverkehrsunternehmen Heag mobilo und der Netzgesellschaft des Versorgungsunternehmens Entega.

Die Stadt wird die teilweise aus den 1890er Jahren stammenden Kanäle erneuern sowie die Gehwege barrierefrei umgestalten. Heag mobilo plant den barrierefreien Ausbau von weiteren Haltestellen sowie eine Erneuerung der aus den 1960er Jahren stammenden Gleise und Fahrleitungen sowie eine Anpassung der Gleistrasse.

Der Kreisverband Darmstadt-Dieburg des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hat im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Anfang Juli gegen die geplante Erneuerung und Verstärkung der Fahrleitungsanlage Einwendungen beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) eingereicht.

Der VCD bemängelt fehlende Untersuchungen zu den Auswirkungen der geplanten Arbeiten auf den Fußverkehr. Zudem werden die vorliegenden Pläne als „mangelhaft“ bezeichnet, weil darin planungsrelevante Einbauten wie Masten für Ampelanlagen fehlen.

Zudem bemängelt der Verband „unzureichende Gehwegrestbreiten“ nach dem Bau der geplanten Masten. So werde der nutzbare Bürgersteig – nach Abzug der notwendigen Sicherheitsabstände – auf eine Restbreite von gerade mal 40 Zentimeter reduziert.

Die Entega wird im Zuge der Bauarbeiten zudem Versorgungsanschlüsse und -leitungen für Wasser, Gas und Strom erneuern. Insgesamt soll das Großprojekt nach Angaben der Stadt 15 Millionen kosten und teilweise vom Land gefördert werden.

Gegen die Stimmen der Fraktionen von AfD, Uwiga und eines fraktionslosen Stadtverordneten hat das Stadtparlament zudem beschlossen, die Straßenbahnlinie 3 von der derzeitigen Endhaltestelle an der Lichtenbergschule durch das geplante neue Baugebiet Ludwigshöhviertel bis zur Heidelberger Straße weiterzuführen.

Ein Änderungsantrag der Fraktion Uwiga, auf dem Gelände des neuen Baugebiets eine Wendeschleife zu bauen, um den dort vorhandenen Wald zu schonen, fand keine Mehrheit.

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