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Mit der Straßenbahn an die TU

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Auf diese Grünfläche vor dem Hörsaal- und Medienzentrum soll die Wendeschleife der Tram kommen.
Auf diese Grünfläche vor dem Hörsaal- und Medienzentrum soll die Wendeschleife der Tram kommen. © Guido Schiek

Ein gutes Drittel der Studierenden der Technischen Universität Darmstadt (TUD) – insgesamt rund 10 000 – nutzen den Standort Lichtwiese. In Zukunft gelangen sie nicht nur per pedes, per Rad, Auto oder Bus dorthin, sondern auch mit der Straßenbahnlinie 2.

Der Vertrag zwischen der Stadt Darmstadt und der Heag Mobilo GmbH zur Umsetzung der Planungen für einen Straßenbahnabzweig von der Nieder-Ramstädter Straße zum Campus Lichtwiese und retour soll „den Beginn verbindlicher Zusammenarbeit und Planung“ markieren, so das Baudezernat.

Das Papier soll die Verantwortlichkeiten der Stadt und des Verkehrsbetriebes bei der Umsetzung des Bauvorhabens regeln. „Wunschziel“ sei, dass das Projekt im Dezember 2017 beendet ist. Heag Mobilo übernimmt alle Aufgaben von der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens über die Vergabe erforderlicher Leistungen bis zu Bauaufsicht und Controlling.

Nach der Anfang 2013 durch die Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie haben sich die Beteiligten zunächst gegen die Version entschieden, eine Straßenbahntrasse vom Roßdörfer Platz aus in die Roßdörfer Straße und ab dem Breslauer Platz entlang der Eugen-Kogon-Straße nach Süden zu führen. Zu lang, zu teuer, lautete die Einschätzung.

So möchte man nun die kleine Lösung umsetzen, die aber genauso effektiv wirken kann: In Höhe des Lichtwiesenweges soll künftig die Linie 2 nach Osten abbiegen, begleitet dieses Sträßchen, passiert das Gebäude des Fachbereichs Architektur sowie die Mensa auf der Lichtwiese jeweils nördlich und findet dann geradeaus den Weg auf jene Freifläche, die künftig der Ort für die Gleisschleife sein wird – zwischen Otto-Berndt- und Franziska-Braun-Straße. An welchem Punkt genau die Haltestelle eingerichtet wird, ist laut Lennart Sauerwald, Sprecher der Heag Mobilo, „noch in der Diskussion“, und zwar vor allem mit der TUD. Das gleiche gilt für eine eventuelle zweite Haltestelle.

Geld von Landesförderung

Geklärt scheint außerdem die Finanzierung. Für die 1350 Meter neuer Straßenbahnverbindung sind Gesamtkosten in Höhe von 8,32 Millionen Euro veranschlagt. Da rechtzeitig vor Ablauf der bestehenden Regelungen zum Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) Fördermittel beantragt wurden, werden zwei Drittel der Baukosten von der Landesförderung übernommen.

Bliebe für die Stadt der kommunale Eigenanteil von 2,87 Millionen Euro und der berechnete Betriebskostenzuschuss in Höhe von 654 000 Euro pro Jahr. Alle Summen verstehen sich gemäß der Machbarkeitsstudie. Dieser Betrag würde jedoch dadurch reduziert, dass die Buslinie K nach Inbetriebnahme der Straßenbahn seltener verkehren müsste und damit Einsparungen beim Dadina-Etat der Stadt anfielen, immerhin, so die Berechnung, rund 200 000 Euro.

Die Linie 2 wird künftig vom Hauptbahnhof zur Lichtwiese geführt, und nicht mehr, wie die Linie 9, zum Böllenfalltor. Bei der Anlage der Strecke ergeben sich einige „Grünverluste“, wie Lennart Sauerwald es ausdrückt, die allerdings kompensierbar seien. Fläche für andere Nutzungen der Lichtwiese bleibe reichlich übrig.

Von den rund 100 Hektar Sondernutzungsfläche, die der Technischen Universität auf der Lichtwiese gehören, sind zurzeit rund 30 Prozent bebaut. Diese Fläche soll in den kommenden Jahrzehnten um weitere 30 Prozent verdichtet werden. (phg)

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