+
Der Blumenladen neben dem früheren Modehaus Römer soll dem geplanten Hotel weichen. 

Darmstadt

Stillstand bei Neugestaltung des Römer-Ecks

  • schließen

Die Verhandlungen über den Ankauf eines Nachbargrundstücks für den in der Darmstädter Innenstadt geplanten Hotel-Neubau sind ins Stocken geraten.

Der geplante Bau eines neuen Hotels mit Geschäften in der Darmstädter Fußgängerzone kommt nicht voran. Bereits seit Ende 2016 ist das Gebäude des früheren Modehauses „Römer“ geschlossen. Derzeit werden die Räume im Erdgeschoss des Eckgebäudes vom benachbarten Modehaus „Henschel“ für Sonderpostenverkäufe genutzt.

Moritz Koch, der geschäftsführende Gesellschafter von Henschel, sagte am Donnerstag der FR, er habe vom zuständigen Projektleiter der Hamburger Matrix Immobilien GmbH, dieser Tage eine E-Mail erhalten, in der dieser ihm ein Gespräch angeboten habe. Das Hamburger Unternehmen will rund 40 Millionen Euro in den geplanten Neubau an der Ernst-Ludwig-Straße investieren. Im Sommer vorigen Jahres hatte es noch geheißen, dass in diesem Jahr mit dem Abriss des Gebäudes begonnen werden soll und der Neubau voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020 fertiggestellt werde.

Doch daraus wird nichts. Das Hamburger Unternehmen hat inzwischen eingeräumt, dass das Projekt ins Stocken geraten ist. Matrix-Mitarbeiter Sven Ossarek, der derzeit im Urlaub weilt, äußerte nun gegenüber dem „Darmstädter Echo“, der geplante Ankauf des benachbarten Grundstücks habe sich „im geplanten Zeitplan leider nicht darstellen lassen“. In der an das Römer-Gebäude angrenzenden Marktpassage befindet sich seit etlichen Jahren ein Blumenladen.

Mit der Eigentümerin des Grundstücks wolle man jedoch „im Dialog bleiben“. Grundstückseigentümern Dagmar Wingert teilte der Zeitung mit, die Vertragsverhandlungen seien „wegen der Nichterfüllung von Vertragsinhalten der Gegenseite … bis auf Weiteres geplatzt“. Auch habe sie zuletzt im Sommer 2018 von dem Projektentwickler gehört.

Die Firma Matrix ist eigentlich darauf spezialisiert, Stadtquartiere umzugestalten und zu restrukturieren. „Wir glauben an die Energie und Kraft von Quartieren der kurzen Wege, des Austausches, der Gespräche. Hier schaffen wir neue, suburbane Zentren und Treffpunkte, die sich organisch in die bestehende Struktur einpassen und das Umfeld neu beleben“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Als Referenzobjekte werden das Geschäftshaus Nordlicht in Kiel, die Umgestaltung des ehemaligen Horten Kaufhauses an der Hamburger Mönckebergstraße zu einem großen Saturn-Elektronikmarkt oder das Postplatz Forum im schwäbischen Waiblingen aufgeführt.

Citymanagerin Anke Jansen vom Verein Darmstadt Citymarketing äußerte, es sei „kein dramatischer Zustand“, dass sich das Vorhaben nun verzögere. Für die weitere Entwicklung der Darmstädter Innenstadt sei der Stillstand bei dem Projekt zwar „nicht schön“. Aber Jansen verweist zugleich darauf, dass es sich bei dem ambitionierten Vorhaben auch um eine „Operation am offenen Herzen der Innenstadt“ handele. Die Citymanagerin, mit dem der Hamburger Projektentwickler nun offenbar ebenfalls das Gespräch suchen will, wünscht sich jedenfalls „eine rasche Weiterentwicklung an dieser Stelle“. Zudem gehe bei der Planung eines solchen Projekts auch „Qualität vor Schnelligkeit“.

Laut Stadtsprecher Klaus Honold hat der Investor mit dem Stadtplanungsamt nur einige Beratungsgespräche geführt. Dabei sollte offenbar ausgelotet, was man auf dem Areal machen könne. Schließlich sei das Projekt auch zwei Mal Thema im städtischen Gestaltungsbeirat gewesen. Nach der ersten Präsentation des Projekts hatten das Hamburger Architekturbüro Heine die Entwurfsplanung für das Gebäude modifiziert und die Pläne im Sommer vorigen Jahres präsentiert.

Nach Angaben des Architekten Christian F. Heine sollen auf dem Eckgrundstück im Untergeschoss auf rund 980 Quadratmetern ein Lebensmittelgeschäft und im Erdgeschoss weiterer Einzelhandel entstehen. Zudem war bisher vorgesehen, auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück ein sechsgeschossiges Gebäude zu errichten. In den vier oberen Stockwerken soll ein Dreisterne-Hotel mit rund 100 Betten und einer höherwertigen Ausstattung eingerichtet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare