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In Schulen lösen interaktive Whiteboards herkömmliche Hilfsmittel wie Tafeln und Lineal ab.

Darmstadt

Die Dotter-Stiftung fördert Digitalprojekt an Schule

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Die Gutenbergschule wird drei Jahre lang mit 375.000 Euro von der Dotter-Stiftung gefördert. 

Auf dem Boden des Klassenraums der Gutenbergschule im Darmstädter Stadtteil Eberstadt stehen mehrere ausgeschlachtete Computerfestplatten. Die Projektionsfläche des bereits mehrere Jahre alten Whiteboards – die digitale Form der Kreidetafel – ist nur schwer zu erkennen, weil trotz des bewölkten Himmels das Tageslicht blendet und bislang auch keine Rollos an den Fenstern angebracht sind. Wenn die Sonne stark scheint, kann das Smartboard kaum genutzt werden.

Aus anderen Darmstädter Schulen wird berichtet, dass Smartboards nicht via WLAN mit dem Internet verbunden werden können, um etwa Updates herunterzuladen. Zudem sei das schmale Budget der Schulleiter viel zu gering, um bei technischen Schwierigkeiten einen versierten Fachmann zu bezahlen, der für eine Stunde Arbeitszeit schon mal 120 Euro berechnet. Andreas Stüber, der Schulleiter der Gutenbergschule, berichtet von einem kostengünstigen Stundensatz von 80 Euro.

Während andere Schulleiter weiter den Mangel verwalten müssen und in der vorigen Woche erst drei von mehr als 40 Darmstädter Schulen als „Modellschulen Digitale Stadt“ vorgestellt worden sind, konnte sich Stüber am Mittwoch freuen. Denn die in Eberstadt ansässige Hans-Erich-und-Elfriede-Dotter-Stiftung, die laut Satzung ausschließlich Projekte in dem Stadtteil finanziell fördert, kündigte an, in den nächsten drei Jahren 375 000 Euro für ein Digitalisierungsprojekt der Kooperativen Gesamtschule zur Verfügung zu stellen, an der 440 Schüler unterrichtet werden.

in Zusammenarbeit mit der Pacemaker-Initiative der gemeinnützigen Bildungsorganisation Education Y und der in Heppenheim ansässigen Strahlemann-Stiftung sollen zum einen Lehrer und Schüler qualifiziert werden, um verschiedene technische Fähigkeiten zu erlernen. Allein 50 000 Euro sollen für den Aufbau eines WLAN-Netzes sowie für Hardware ausgegeben werden, teilt Benjamin Christ von der Dotter-Stiftung mit. Vorgesehen ist auch, den Klassenraum, in dem derzeit die ausgeschlachteten Festplatten liegen und das betagte Smartboard installiert ist, mit modernen Büromöbeln und einer Lounge für ein Projekt zur Berufsorientierung auszustatten.

Nach Angaben von Bürgermeister und Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) ist der Serverraum der Schule bereits an eine neue Glasfaserleitung angeschlossen worden. Auch zu allen anderen Schulstandorten sollen – bis auf die im nördlichen Stadtteil Wixhausen – bis zum Jahresende Glasfaserleitungen verlegt werden. Wann die Schulen danach an die Internetleitungen angebunden würden, hänge allerdings von den jeweiligen technischen Voraussetzungen ab und davon, wie viel Geld hierfür im Haushalt zur Verfügung gestellt werde, sagte Reißer der FR.

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