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Der „Steinbruch“ ist wieder da

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Am Samstag, 31. Januar, feiert der Musikclub an der B 449 Wiedereröffnung.
Am Samstag, 31. Januar, feiert der Musikclub an der B 449 Wiedereröffnung. © Sebastian Philipp

Die Kultdisco „Steinbruch-Theater“ öffnet Ende des Monats mit neuem Betreiber und bewährtem Konzept. Zur Eröffnungsparty am 31. Januar verspricht der neue Geschäftsführer David Thomas Heuser den im „Steinbruch“ seit Jahrzehnten bekannten DJ Lothar.

Das weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte „Steinbruch-Theater“ soll ab Samstag, 31. Januar, wieder regelmäßig Rockmusik-Fans in die Räume an der B 449 in Nieder-Ramstadt locken. Ein Transparent direkt an der Straßenseite unter dem Schild, das das Gebäude darüber als „Steinbruch-Theater“ ausweist.

Der 26 Jahre alte David Thomas Heuser ist der neue Geschäftsführer des „Steinbruch-Theaters“. Ehemalige Steinbruch-Besucher werden „ihren alten Laden“ wiedererkennen, sagt er. Für viele dürfte das eine gute Nachricht sein. Dennoch: Nach eigener Aussage hat Heuser zusammen mit seinem Geschäftspartner Alexander Stüllein viel Arbeit und Geld in das Objekt gesteckt. Neue Möbel – unter anderem umgebaute Kirchenbänke –, ein neues DJ-Pult, fast überall neue Technik, ein Großteil der Elektronik seien neu angeschafft worden. Auch die Sanitäranlagen wurden modernisiert, neue Brandschutzanforderungen erfüllt, der angrenzende Parkplatz erst einmal freigeräumt.

Als das Steinbruch-Theater im Herbst vergangenen Jahres die Pforten schloss, war das für viele ein Schock. Seit fast 35 Jahren trafen sich an der B 449 in Nieder-Ramstadt Generationen, um vor allem zu Rockmusik zu feiern. Ursprünglich von Wolfgang Duchow und seinem Bruder Volker eröffnet, übernahm vor beinahe drei Jahren Wolfgang Duchows Sohn Julian als Geschäftsführer und Pächter den „Steinbruch“. Finanzielle Schwierigkeiten führten jedoch zum Aus des Betriebs.

„Wir waren schon seit zweieinhalb Jahren in Verhandlungen“, erklärt der neue Betreiber Heuser. Er und sein Partner seien selbst jahrelang „Steinbruch“-Besucher gewesen und emotional eng mit der Kultdisco verbunden. Dass jetzt alles so schnell geht, begründet Heuser damit, dass ihm erst vor wenigen Tagen die Konzession zum Betrieb des „Steinbruchs“ erteilt wurde.

Zunächst solle der „Steinbruch“ an drei Tagen öffnen, immer montags von 21 Uhr bis 4 Uhr, wenn überwiegend Oldie-Klassiker gespielt werden. Freitags von 21 bis 5 Uhr steht dann ein bunter Mix an Rockmusik auf dem Programm der wechselnden DJs. Immer samstags soll der „Steinbruch“ noch stärker als Szenebetrieb ausgerichtet werden. Ebenfalls ab 21 Uhr wird dann überwiegend Metal, Gothic und „Industrial“ gespielt.

Zur Eröffnungsparty am 31. Januar verspricht Heuser den im „Steinbruch“ seit Jahrzehnten bekannten DJ Lothar. Mittelfristig sollen dort auch wieder Bands spielen. Beim Getränke- und Speisenangebot gibt sich der „Steinbruch“ bodenständig. „Wir haben eine ausgeprägte Cocktail-Bar, gutes Bier und eine brauchbare Auswahl an Schnäpsen, die es nicht überall gibt.“ Bei den Speisen gehe es darum, dass die Leute nicht weg müssten, wenn sie Hunger bekämen.

Doch kein Rechtsstreit

Kritische Stimmen kamen von Svenja Stauder, der Lebensgefährtin des ehemaligen „Steinbruch“-Besitzers Julian Duchow. Sie hatte am Dienstagmorgen zunächst angekündigt, juristisch gegen die Verwendung des Namens „Steinbruch“ für den Musikklub in Mühltal vorzugehen. Hintergrund: Unter demselben Titel veranstalten Stauder und ihr Lebensgefährte Duchow seit Schließung der Mühltaler Disco mit Mitgliedern des „Steinbruch“-Teams und Stefan Zitzmann, dem Inhaber des „Hillstreet No. 73“ in der Darmstädter Hügelstraße 73 Partys.

Wenige Stunden später die Kehrtwende, diesmal von Julian Duchow: Einen Rechtsstreit werde es nicht geben. Demnach wird es in Mühltal und Darmstadt weiter Veranstaltungen mit dem Titel „Steinbruch“ geben. Der „Steinbruch“ als Marke sei nicht schützenswert und werde mittlerweile von der vierten Firma verwendet. Heuser dazu: „Der Steinbruch? Das ist das Gebäude.“ (eda)

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