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Start für Oberstufen-Neubau

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Der Darmstadt-Dieburger Schuldezernent Christel Fleischmann (Grüne) hat gestern mit Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) den politischen Druck für die Errichtung einer gymnasialen Oberstufe in Griesheim erhöht und zugleich die gegenläufigen Pläne der Stadt Darmstadt angeprangert.

„An der Gerhart-Hauptmann-Schule werden wir ab dem kommenden Schuljahr ins Abitur einsteigen. Unser Kreistag wird im November ein klares Signal über alle Parteigrenzen hinweg geben“, versprach Schellhaas beim Richtfest für den ersten Abschnitt eines Millionen-Neubaus.

Während der CDU-Politiker Heiko Handschuh dazu nickte, versicherte Fleischmann, es sehe tatsächlich sehr gut aus mit der Genehmigung der Abiturpläne. „Sobald wir den Gongschlag aus dem Kultusministerium in Wiesbaden hören, fangen wir hier mit dem zweiten Bauabschnitt an, der noch einmal 2,9 Millionen Euro kostet.“

Wie greifbar nah dies scheint, machte auch Schulleiterin Brunhilde Muthmann deutlich. „Unser ganzes Kollegium ist vorbereitet, dass es nächstes Jahr mit dem Abitur losgeht, bei den Elternabenden wird das ebenfalls so kommuniziert.“ Der gestern gefeierte 7,7?Millionen Euro teure Neubau für Fachunterricht in Biologie, Chemie und Physik gilt als sichtbares Zeichen für die Euphorie. In dieses Gebäude soll der erste Oberstufenjahrgang im Sommer einziehen, bevor in der zweiten Ausbaustufe das eigentliche Abiturgebäude folgt. „Das Haus ist da, jetzt wird auch das Abitur genehmigt“, glauben die Eltern.

Ärger droht aus Darmstadt

Dennoch war auch ein gewisses Unbehagen zu spüren, dass der Plan auf den letzten Metern doch noch scheitern könnte. Die neueste Marschrichtung des Darmstädter Schuldezernenten Dierk Molter (FDP) stößt dem Kreis bitter auf. Bei den inzwischen gescheiterten Gesprächen zum gemeinsamen Schulentwicklungsplan von Stadt und Landkreis sei der Abiturstandort Griesheim noch im Frühjahr abgemachte Sache gewesen, betont Fleischmann. „Nun aber hat Darmstadt in einem Solo-Plan angekündigt, vier zusätzliche gymnasiale Züge aufzubauen.“

In Molters Papier stünde, „dass das Hausmeisterhaus und die Heizzentrale der Georg-Büchner-Schule mitgenutzt werden können“, scherzte Fleischmann. Dass diese Notlösung nicht mit den modernen Räumen in Griesheim konkurrenzfähig sei, liege auf der Hand.

Die eigentliche Weichenstellung muss nun freilich das Kultusministerium vornehmen. Dort werden die getrennten Schulentwicklungspläne von Stadt und Landkreis vermutlich nebeneinander gelegt. Um ein Überangebot an Gymnasialplätzen zu vermeiden, werde dann entweder die Kapazitätserweiterung in Darmstadt abgelehnt oder die Oberstufe in Griesheim, heißt es aus Behördenkreisen.

Fleischmann ist sich sicher, dass der Kreis die besseren Karten hat. „Die Bedingungen sind nirgendwo so günstig wie in Griesheim“, sagt er und untermauert das mit Zahlen: Die Hauptmannschule habe in den vergangenen zehn Jahren von 850 auf 1150 Schüler zugelegt – „eine Steigerung von mehr als 30 Prozent.“

Auch Griesheims Bürgermeister Norbert Leber (SPD) sieht kurz vor Ende seiner Amtszeit seinen Traum verwirklicht. „Wir Griesheimer sind froh, wenn unserer Kinder nicht mehr zum Abiturmachen nach Darmstadt müssen. Ich habe zwei Jahrzehnte dafür gekämpft und werde im Kreistag mit beiden Händen abstimmen.“ ( sami)

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