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Stadt setzt auf Sonnenkraft

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Seit einem Jahr kann jeder Darmstädter im Internet nachsehen, ob sich sein Hausdach für die Installation von Solarmodulen eignet. Bislang gab es 966 921 Zugriffe.

Als eine der ersten Kommunen hat die Stadt ein Solardachkataster veröffentlicht. Die Dächer sind farbig markiert. Rot bedeutet, dass das Dach sehr gut für die Stromerzeugung aus Sonnenenergie geeignet ist, grau heißt: lohnt sich gar nicht. Bei orange und gelb gibt es Einschränkungen. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind die Größe der Dachfläche (mindestens 30 Quadratmeter sollten zur Verfügung stehen), die Sonnenausrichtung, die Dachneigung und die Verschattung durch Bäume, Gauben oder Schornsteine. Seit dem 30. Juni 2010 hat es 966?921 Zugriffe auf die Webseite gegeben, in diesem Jahr allerdings nur 166?791, sagt Jens Bolze. Er leitet das Agenda-Büro der Stadt, das für die nachhaltige Entwicklung der Kommune steht und bei dem das Kataster angesiedelt ist.

374 Photovoltaik-Anlagen

Über die Ursachen des offenbar nachlassenden Interesses kann er nur spekulieren. Vor einem Jahr wurde die Webadresse publik gemacht. Vermutlich ist sie bei manchen Bürgern inzwischen einfach in Vergessenheit geraten. Auch ist vorstellbar, dass sich die auf Solartechnik spezialisierten Firmen anfangs verstärkt einklickten, weil sie den Eigentümern der Häuser mit rot markierten Dächern Angebote machen wollten.

Vielleicht setzten sich im Vorjahr aber auch deshalb so viele Hauseigentümer mit dem Thema Solarenergie auseinander, weil die Einspeisevergütung für solar erzeugten Strom auf dem eigenen Dach nach einem Stichtag gesenkt werden sollte. In der Regel erhalten die Anlagenbetreiber 20 Jahre lang eine garantierte Vergütung für ihren Strom. HSE-Pressesprecher Gert Blumenstock vermutet, dass die Vergütung letztlich die größte Rolle spielte.

Im vergangenen Jahr seien in Darmstadt rund 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom solar produziert worden. Das reicht aus, um 1000 Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen. In der Stadt gab es im Jahr 2010 rund 374 öffentliche oder private Photovoltaikanlagen.

Von den 100?540 Dachflächen im Stadtgebiet kommen laut Agenda-Büro rund 31 Prozent für eine solare Nutzung in Frage. Würden alle Hauseigentümer ihr Solarpotenzial nutzen, könnten 361 Millionen kWh (Kilowattstunden) pro Jahr an Strom eingespart werden. Das entspricht dem Bedarf von 80?337 Vier-Personen-Haushalten.( pyp)

Im Internet ist das Solarkataster unter www.agenda21.darmstadt.de zu finden.

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