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Stadt profitiert von Studenten

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Die vielen zugezogenen Studenten verjüngen die Stadt und sorgen für wirtschaftliche Dynamik und Innovation.
Die vielen zugezogenen Studenten verjüngen die Stadt und sorgen für wirtschaftliche Dynamik und Innovation. © Guido Schiek

Darmstadt wird zur so genannten „Schwarmstadt“, weil sich viele Studenten auf Dauer niederlassen. Sie sind gekommen, um zu bleiben. Dies zeigt eine Sonderauswertung des Statistikamts „Studierende in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“.

Darmstadt ist eine wachsende Stadt. So gibt es hier mehr Geburten als Sterbefälle, und auch die Wanderungsbilanz ist positiv: In den vergangenen fünf Jahren wurden 10 945 Neu-Darmstädter verzeichnet – pro Jahr rund 2000.

Eine Sonderauswertung des Statistikamts „Studierende in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ zeigt nun außerdem, dass Darmstadt eine von nur 18 sogenannten Schwarmstädten in Deutschland ist. Dieses relativ neue Phänomen besagt, dass sich junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 35 Jahren heute weit stärker als in früheren Jahren auf bestimmte Städte konzentrieren.

Wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge (Berlin) in einer Studie im Oktober 2013 herausfand, lag der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2000 in nur vier Städten (Münster, Würzburg, Heidelberg und Freiburg) bei mehr als 30 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. 2011 traf dies bereits auf 18 Städte zu, darunter Darmstadt, Mainz, Erlangen und Karlsruhe und Erlangen.

Laut Günther Bachmann, Leiter der Abteilung Statistik und Stadtforschung im Amt für Stadt- und Regionalentwicklung, hat vor allem die stete Zunahme der Studentenzahlen an der Technischen Universität (TU) Darmstadt, der Hochschule Darmstadt (HDA) und der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) dazu geführt, dass Darmstadt zur Schwarmstadt wurde.

Stadt profitiert

Nicht jeder an TU Darmstadt, HDA oder EHD eingeschriebene Student habe auch in Darmstadt seinen Wohnort. Das Melderegister lasse auch keine Rückschlüsse auf die ausgeübten Berufe zu. Doch Nachfragen an den Hochschulen hätten ergeben, dass 30 Prozent der Studenten eine Postadresse in Darmstadt haben. Man könne davon ausgehen, dass circa 15 000 Studenten in Darmstadt wohnen und jeder zehnte Darmstädter an einer Hochschule eingeschrieben sei.

Das würde der Stadt aber wenig nützen, wenn es nach dem Studium zu einem Exodus käme, so Bachmann. Dies sei aber dank der guten Voraussetzungen in Darmstadt nicht so: „Die Studenten kommen hierher, finden sich, kriegen Kinder, arbeiten hier.“ Durch den Zuwachs von Studierenden und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erhalte die Stadt innovative Impulse. Das zeige sich unter anderem auch daran, dass durch das wissenschaftliche Umfeld auch viele Software-Unternehmen angelockt würden.

Zur Bedeutung der Studierenden für die Entwicklung Darmstadts heißt es in der Sonderauswertung: „Absolventen erhalten bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder gründen selbst Spin-off-Unternehmen in Darmstadt. Die Stadt profitiert vom Zuzug neuer Bürgerinnen und Bürger, die aufgrund ihrer Altersstruktur die demografische Situation verjüngen und vielleicht sogar dauerhaft als Einwohner der Region oder in der Stadt zu gewinnen sind. Auch Unternehmen und mittelständische Betriebe können durch die Studierenden schneller von Forschung und Entwicklung profitieren.“

Bei der Frage, was die Stadtpolitik tun könne, um diese Trends zu fördern, nennt Bachmann drei Faktoren. Wichtig sei eine „Superbildungslandschaft“ mit Ganztagsangeboten, wie sie beispielsweise das Landesprogramm „Pakt für den Nachmittag“ anstrebe, und zweisprachige Schulen. Genauso große Bedeutung hätten auch die Gestaltung von Familienfreundlichkeit mit einem guten Angebot an U3-, Kita- und Hortplätzen sowie eine Willkommenskultur für qualifizierte Zuwanderer aus dem In- und Ausland. „Solche Anreize machen sich bezahlt, sie halten Menschen in der Stadt.“ (ryp)

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