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Stadt und Kreis suchen Dialog

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Die in Darmstadt geplanten Pförtnerampeln lösen Angst vor einer Verlagerung des Verkehrs aus der Stadt ins Umland aus. Die Kommunen befürchten in erster Linie, dass durch die Verkehrszuflussregelung ein Rückstau auf den Einfallsstraßen entsteht.

Während im Umland die Volksseele wegen geplanter Pförtnerampeln zur Verbesserung der Darmstädter Luft brodelt, kommt zwischen Stadt und Umland offenbar ein Dialog über die Verkehrsprobleme in Gang.

Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) hat gestern mit seinen 23 Bürgermeistern die Verkehrssituation in und um Darmstadt herum diskutiert. Dabei ging es vor allem um Ergebnisse eines Gesprächs über die Auswirkungen einer Umweltzone, zu dem der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) vor Kurzem neben Bürgermeistern auch Vertreter der Ministerien eingeladen hatte.

Es sei von City-Maut bis Pförtnerampel über einen „Strauß von Maßnahmen“ gesprochen worden, deren Auswirkungen nun untersucht werden. „Das Ergebnis des Gesprächs war gut“, gab sich der Landrat zufrieden. Er selbst habe Partsch vorgeschlagen, den Dialog zwischen Stadt und Kreis am Runden Tisch zu eröffnen. Ihm gehe es darum, die aufgeheizte Atmosphäre zu versachlichen. Die Bürgermeister hätten „fast euphorisch auf die Möglichkeit des Austauschs reagiert“.

Auch Busse stehen im Stau

Das bestätigt sich bei einer stichprobenartigen Nachfrage unter Bürgermeistern der Gemeinden im Umkreis von Darmstadt. Man habe im Gespräch mit Bürgermeister Partsch und Landrat Schellhaas Bedenken darüber geäußert, dass durch die Pförtnerampeln der Verkehr zwar aus Darmstadt hinaus, dafür aber ins Umland verlagert würde.

Der Reinheimer Bürgermeister Karl Hartmann (SPD) erklärte, man wolle die Ergebnisse der für Herbst in Aussicht gestellten Studie erst einmal abwarten. Man freue sich aber über die Gesprächsbereitschaft von Seiten der Stadt. Die Bürgermeister der Gemeinden hätten eine Arbeitsgruppe gegründet, die am Thema Pförtnerampeln und der Untersuchung dran bleiben wolle.

Die Kommunen befürchten in erster Linie, dass durch die Verkehrszuflussregelung ein Rückstau auf den Einfallsstraßen entsteht. Der SPD-Bürgermeister von Weiterstadt, Ralf Möller, sagte, er halte die Zuflussregelung durch Ampeln daher für schwierig umsetzbar. Seine Kritik richte sich diesbezüglich aber weniger an die Stadt Darmstadt, als vielmehr an das Ministerium in Wiesbaden. „Dort fokussiert man sich nur auf den Verkehr in Darmstadt, die möglicherweise belastende Wirkung von Pförtnerampeln auf das Umland wird gar nicht berücksichtigt“, sagte Möller.

Nur Verlagerung

Das Problem des zu hohen Verkehrsaufkommens und damit zu hoher Schadstoffwerte würde so nur verlagert. Möller fordert deshalb, dass Stadt und Kreis in Zukunft bei der Erstellung von Verkehrsentwicklungsplänen zusammenarbeiten sollen.

Eine Verschiebung des Verkehrsproblems von der Stadt auf den Landkreis befürchtet auch Astrid Mannes (CDU), Bürgermeisterin von Mühltal. Sie sieht Pförtnerampeln daher kritisch und merkt an, dass damit eine andere mögliche Lösung des Darmstädter Verkehrsproblems automatisch durchkreuzt würde: Auch Busse stünden vor Pförtnerampeln im Stau, obwohl gerade eine stärkere Nutzung des ÖPNV eine Entlastung für den Stadtverkehr bringen könnte.

Daher müsse man die Gespräche zwischen Stadt und Landkreisgemeinden fortsetzen und gemeinsam mit Fachleuten andere Lösungsvorschläge als die Ampeln diskutieren. (tim/eda)

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