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Stadt investiert in Centralstation

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Die Licht- und Tontechnik der Centralstation, hier bei der Band „Siro-A“, soll ersetzt werden.
Die Licht- und Tontechnik der Centralstation, hier bei der Band „Siro-A“, soll ersetzt werden. © andré hirtz

Tolles Kulturprogramm, aber teuer in der Instandhaltung: Die Centralstation in Darmstadt. Die Stadt übernimmt nun die Centralstation. Für rund eine halbe Millionen Euro soll sie jetzt erstmal saniert werden.

Die Übernahme der Centralstation unter das Dach des Darmstadtiums lässt sich die Stadt in diesem Jahr mehr als eine halbe Million Euro kosten. Das geht aus einer Magistratsvorlage hervor, die die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag beschließen soll. Mit der Übernahme will sich die Stadt über die Heag-Holding mehr Einfluss auf die defizitäre Centralstation sichern, die sich durch ihr Kulturprogramm einen guten Ruf erarbeitet hat, allerdings immer wieder neben der Grundförderung durch die Stadt (475 000 Euro pro Jahr) weitere Finanzspritzen brauchte. Die Grundförderung wird beibehalten.

Großer Sanierungsstau

Die Stadtverordneten sollen nun einem Nutzungsüberlassungsvertrag der Stadt mit der neuen Central Veranstaltungs GmbH zustimmen. Gegenstand sind das Grundstück und die Heag Halle B, an der die Stadt das Nießbrauchrecht hat, einschließlich der Toilettenanlage und die angemietete Küche in der Schuchardstraße 11 nebst den technischen Betriebseinrichtungen und des Inventars.

Die Überlassung ist für die neue Centralstation Veranstaltungs-Gesellschaft unentgeltlich. Die Stadt trägt alle Betriebskosten einschließlich Kosten für Versicherungen, Aufwendungen für Leuchtmittel und die Reinigung der Glasflächen. Ganz billig wird die Übernahme der Centralstation für die Stadt aber nicht, denn es sind grundlegende Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich. Sie summieren sich allein in diesem Jahr auf bis zu 515 000 Euro.

Der Geschäftsführer des Darmstadtiums, Lars Wöhler, der auch die neue Centralstation-Gesellschaft leiten wird, hat bei einer Besichtigung einen Instandhaltungsstau festgestellt, der dringend aufgelöst werden muss. So müssen die Bühnenvorhänge ausgetauscht werden, weil sie nicht den Anforderungen des Brandschutzes entsprechen. Auch der Fußboden muss erneuert werden. Für die Gastronomie ist künftig die private Centralstation Kulturgesellschaft mit Geschäftsführer Michael Bode-Böckenbauer verantwortlich.

Für die grundlegende Instandhaltung zahlt die Stadt in diesem und im nächsten Jahr je 100 000 Euro. Weiterhin stellt die Stadt jährlich der neuen Centralstationsgesellschaft bis zu 170 000 Euro für Unterhaltung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung zur Verfügung.

Reparatur unwirtschaftlich

Ob dieser Rahmen – wie bei den sicherheitstechnischen Maßnahmen – ausgeschöpft werde, sei noch nicht absehbar, heißt es in der Magistratsvorlage. Fest steht, dass die zehn Jahre alte Licht- und Tontechnik, deren Reparatur unwirtschaftlich wäre und für die es zum Teil keine Ersatzteile mehr gibt, ausgetauscht werden muss. Dafür werden 325 000 Euro veranschlagt. Die Stadt zahlt in den nächsten fünf Jahren eine jährliche Rate von 65 000 Euro.

Einmalig gibt es in diesem Jahr 180 000 Euro für die Sanierung der Toilettenanlage im Untergeschoss. Die auch künftig öffentlichen Toiletten werden aus der Kultur GmbH herausgelöst und der neuen Gesellschaft zugeschlagen, die für deren Unterhaltung jährlich 35 000 Euro bekommt. Die Zuschüsse für den Betrieb der Toiletten sind in die genannten Investitionskosten von 515 000 Euro nicht miteingerechnet. ryp

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