So soll der Abriss der Haupttribüne am Bölle erfolgen: Probe-Bagger für die Fotografen.
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So soll der Abriss der Haupttribüne am Bölle erfolgen: Probe-Bagger für die Fotografen.

Abriss im Stadion

Darmstadt: Im Merck-Stadion rückt die Tribüne näher ans Spielfeld

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Am „Bölle“ geht der Umbau in die letzte Phase. Der Abriss der Haupttribüne startet. Die Heimstätte des SV Darmstadt 98 soll zur Saison 2022/2023 fertig sein.

  • Abriss des Merck-Stadion in Darmstadt ist in der letzten Bauphase.
  • Neubau des Stadions des SV Darmstadt soll zur Saison 2022/23 eingeweiht werden.
  • Die Haupttribüne im Merck-Stadion rückt näher an das Spielfeld heran.

Darmstadt - Dramen, Emotionen, positive wie auch negative Ereignisse haben sich hier abgespielt. Mit dem Abriss der alten Haupttribüne geht der Umbau des Darmstädter Merck-Stadions am Böllenfalltor, kurz „Bölle“, in die letzte Phase. Abriss und Neubau seien alternativlos gewesen, da der Erhalt zu teuer gewesen wäre, sagte der Präsident des SV Darmstadt 98, Rüdiger Fritsch, am Mittwoch vor Journalisten. Die konnten letzte Eindrücke des Bauwerks von 1975 sammeln, bevor in der kommenden Woche die schweren Maschinen anrollen.

Sind guter Dinge: Generalplaner Weyrich, Lilienpräsident Fritsch und Oberbürgermeister Partsch (v.l.).

Im Merck-Stadion des SV Darmstadt lebte die 40 jährige Fußball-Geschichte Deutschlands

Schon hat die Entkernung begonnen, die meisten der knapp 3000 Sitzplätze sind entfernt. Viele gingen an Fans, auch seien einige Teile für museale Zwecke gerettet worden – etwa die Kleiderhaken der im Untergeschoss befindlichen Spielerkabinen oder Sitzbänke, wie Michael Weilguny, Geschäftsführer des Vereins und der Stadion GmbH, berichtet. Schließlich habe in den vergangenen 40 Jahren auf der Haupttribüne schon die komplette Trainergilde des deutschen Fußballs gesessen.

Letzte Bauphase

Nächste Woche rollen die schweren Maschinen an, um die Haupttribüne abzureißen. Im November beginnt der Rohbau, anschließend der Stahlbau. Die Kosten für die Haupttribüne belaufen sich auf 23,7 Millionen Euro zuzüglich eines Puffers von drei Millionen.

Eingeweiht werden soll das Stadion zu Saisonbeginn 2022/23. (cka)

Im Darmstädter Merck-Stadion rückt die Haupttribüne „richtig dicht ans Spielfeld heran“.

Den Zuschauern im Merck-Stadion verspricht Generalplaner Gunter Weyrich eine „großartige Atmosphäre. Die Haupttribüne rutscht richtig dicht ans Spielfeld heran“. Entstehen sollen etwa 2900 Sitzplätze inklusive 19 Logen und 850 bis 900 Businessplätze. Auch 53 Plätze für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitpersonen sind vorgesehen. Im Untergeschoss ist unter anderem der Medienbereich angesiedelt, im Erdgeschoss finden die Sponsoren Platz, im ersten Obergeschoss befinden sich die Logen und im zweiten Obergeschoss Regie, Sicherheitszentrale und TV-Bereich.

Neben der Haupttribüne wird derzeit an der Infrastruktur gearbeitet und das Umfeld neu gestaltet. Neuer Asphalt, neue Wasserleitungen und Elektrik, zählt Weilguny auf. Aktuell finde der Innenausbau von Kiosk und Toiletten statt. Auch erhielten Gegen-, Süd-, und Nordtribüne Toiletten. Früher habe es auf der Gegengeraden nur Dixi-Klos gegeben. Außer der Haupttribüne wurden bereits alle anderen Tribünen erneuert und ein Funktionsgebäude errichtet. Nach dem Umbau soll die Platzkapazität der Heimspielstätte der Lilien von rund 17 400 auf 17 800 erhöht werden. Mehr als die Hälfte sollen Stehplätze sein.

Es entsteht „ein Darmstädter Stadion“ und „klein Protzbau“, sagt Oberbügermeister Partsch

„Es war ein langer Weg bis wir den Umbau schaffen konnten“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Es sei gelungen „ein Darmstädter Stadion“ zu bauen und „keinen Protzbau“. So blieben zum Beispiel die ursprünglich temporär angelegten Tribünen sowie die Flutlichtmasten stehen. Alles, was noch nutzbar gewesen sei, werde genutzt. Das sei nachhaltig. „Wir erhalten ein Traditionsstadion und machen einen Schritt in eine vertretbare Moderne“, sagte OB Partsch.

Stadionumbau in Darmstadt

Ein Bagger geht beim Pressetermin zum Umbau der Haupttribüne im Merck-Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt  für die Fotografen in Position.
Ein Bagger geht beim Pressetermin zum Umbau der Haupttribüne im Merck-Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt für die Fotografen in Position. © Michael Schick
Medientermin Umbau Haupttribüne im Merck-Stadion am Böllenfalltor, Darmstadt, im Bild: Bagger für die Fotografen
Der Bagger in Aktion. © Michael Schick
Medientermin Umbau Haupttribüne im Merck-Stadion am Böllenfalltor, Darmstadt, im Bild: Rüdiger Fritsch (Präsident SV Darmstadt 98) vor der Haupttribüne im Merck-Stadion am Böllenfalltor gibt Interviews
Rüdiger Fritsch (Präsident SV Darmstadt 98) beantwortet Fragen zu den Bauarbeiten. © Michael Schick
Medientermin Umbau Haupttribüne im Merck-Stadion am Böllenfalltor, Darmstadt, im Bild: demontierte Bestuhlung
Die Bestuhlung wurde demontiert. © Michael Schick
Medientermin Umbau Haupttribüne im Merck-Stadion am Böllenfalltor, Darmstadt, im Bild: Anzeigentafel
Die Anzeigetafel inmitten der Baustelle. © Michael Schick

Insgesamt kostet der Stadion- umbau 46,7 Millionen Euro, wovon die Stadt 21 Millionen, das Land 3,5 Millionen und der Verein 22,2 Millionen tragen. Vereinspräsident Fritsch rechnet mit Mehreinnahmen im siebenstelligen Bereich. Die Einweihung ist für den Beginn der Saison 2022/23 geplant. (Claudia Kabel)

Für alle, die gerne die Bauarbeiten in Darmstadt selbst verfolgen wollen: Es gibt eine Webcam zum Bau der Haupttribüne.

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