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Staatsarchiv Darmstadt zeigt Mode aus sechs Jahrhunderten

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Von: Jens Joachim

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Die Ausstellung „Lifestyle im Archiv“ wird im Haus der Geschichte am Karolinenplatz gezeigt.
Die Ausstellung „Lifestyle im Archiv“ wird im Haus der Geschichte am Karolinenplatz gezeigt. © Rolf Oeser

Eine Ausstellung im Haus der Geschichte am Karolinenplatz präsentiert historische Zeichnungen seit dem Mittelalter, rekonstruierte Kleider, Modefotografien und Stoffproben.

Darmstadt ist ganz gewiss keine Modestadt wie Paris, Mailand oder gar New York. Die historischen Bestände des Hessischen Staatsarchivs belegen gleichwohl, dass neueste und exquisite Kreationen einst auch in der früheren Residenzstadt immer einmal wieder zu sehen waren. Nicht selten war dies im früheren großherzoglichen Hoftheater der Fall, wo mondäne Abendroben präsentiert wurden.

Im Vestibül des ehemaligen Theaters am Karolinenplatz, in dem sich nun das Haus der Geschichte befindet, wird derzeit unter dem Motto „Lifestyle im Archiv“ eine vom Hessischen Landesarchiv konzipierte Ausstellung gezeigt, in der hessische Kleidung aus den vergangenen sechs Jahrhunderten vorgestellt wird. Zu sehen sind Modezeichnungen seit dem Mittelalter, Kleiderinventare, Werbung, Kleidungsordnungen und Kleidervorschriften, Modefotografien und Stoffproben. Bereichert wird die Ausstellung durch ein rekonstruiertes Kleid, für das eine Fotografie der Prinzessin Anna von Hessen als Vorbild diente. Die Schau widmet sich Themen wie „Kleidung und Gesellschaftsordnung“, „Extravaganz und Statussymbol“, „Accessoires und Beautyprodukte“, „Uniformität und Staatlichkeit“, „Trachten und Nostalgie“ sowie „Theater- und Fastnachtskostüme“.

Aus dem Nachlass der Familie Urschel stammt etwa die Sammlung von rund 120 Modezeichnungen aus der Zeit zwischen 1800 und 1830, von denen ein kleiner Teil in der Ausstellung zu sehen ist. Gezeigt wird etwa das Kleidungsinventar zur Aussteuer der Großherzogin Mathilde (1813–1862), einer geborenen Prinzessin von Bayern, die an Weihnachten 1833 Erbgroßherzog Ludwig III. von Hessen heiratete und nach der die Mathildenhöhe und der Mathildenplatz in Darmstadt benannt wurden. Ihre Mitgift war beträchtlich und wurde im Salon der Königin Caroline von Bayern in der Münchner Residenz ausgestellt und bildlich festgehalten.

Wohl aus der Feder von Landgraf Friedrich Georg August von Hessen-Darmstadt (1759–1808) stammen nach Angaben des Landesarchivs Zeichnungen aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, anhand derer die einst repräsentative Kleidung der höfischen Dienerschaft nachvollzogen werden kann.

Am 11. Januar und 8. Februar 2023 bietet Rouven Pons vom Staatsarchiv Darmstadt jeweils ab 18 Uhr Führungen durch die Ausstellung an und präsentiert zusätzliche Archivalien aus dem Staatsarchiv. Und am 25. Januar wird von 18 Uhr an unter dem Motto „Schillertaft und Samt“ ein Festkleid aus dem 16. Jahrhundert präsentiert, das auf der Basis von Modezeichnungen aus den Beständen des Landesarchivs angefertigt wurde.

Im Vestibül des früheren Hoftheaters sind auch Modezeichnungen aus der Zeit des Empire bis zum Biedermeier zu sehen.
Im Vestibül des früheren Hoftheaters sind auch Modezeichnungen aus der Zeit des Empire bis zum Biedermeier zu sehen. © Rolf Oeser

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