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Ein Sprungturm aus Kreppband

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Ungewöhnliche architektonischen Entwürfe und Modelle zeigen Darmstädter Studierende in der Centralstation. Besucher erfahren so auch, wie vielfältig das Studium ist.

Ein außergewöhnlicher Sprungturm für das Schwimmbecken im Hochschulstadion oder ein 2,50 Meter hoher Lüster aus Stahl und Glas: Das sind nur zwei Beispiele für das, was Besucher ab heute in der Centralstation betrachten können. Studenten des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Darmstadt haben zum 14. Mal die Ausstellungsreihe Sichten organisiert. Bei der Ausstellung handelt es sich nicht nur um die Präsentation besonders gelungener Arbeiten der vergangenen beiden Semester. Die Studenten wollen auch zeigen, wie vielfältig das Architekturstudium ist.

Aus gut 150 Vorschlägen hat das Organisationsteam um Denise Finkernagel (24) und Felix Junglas (26) gut 100 Modelle und Entwürfe ausgesucht. Darunter sind sowohl Arbeiten von Anfängern als auch von fortgeschrittenen Studenten. „Wir können aus Platzgründen leider nicht alle Entwürfe zeigen“, erklärt Finkernagel. Deshalb wurde ausgewählt, was gut ins Konzept passt.

Kieselstein als Inspiration

Der Fokus bei Sichten 14 liegt auf dem Entstehungsprozess der Ausstellungsstücke. Es sollen unterschiedliche Herangehensweisen an ein Projekt und der Entwicklungsprozess dargestellt werden. „Manche Studenten bauen zig Modelle, andere zeichnen ihre Entwürfe lieber“, erklärt Junglas.

Die Modell-Varianten bevorzugt Oliver Krämer. Die Aufgabe in seinem Kurs war, einen Sprung- und Rutschturm für das Schwimmbad im Hochschulstadion zu entwerfen. Inspiration für seine Idee war ein Kieselstein, den der Student am Wasser hat liegen sehen. Ausgehend von einem Tonklumpen überlegte er sich Funktionen des Sprungturms und fertigte Pappmodelle. Die ersten klebte Krämer noch provisorisch mit Kreppband zusammen. Mit jedem Arbeitsschritt aber wurde das Modell konkreter.

Neben einer Rutsche hat Krämer auch eine Kletterwand und eine Thermalgrotte in seinen Entwurf integriert. Am Ende ist daraus ein Sprungturm in Form eines riesigen Findlings entstanden. Und das ist genau, was die Studenten betonen wollen: „Die einzelnen Entwürfe müssen nicht schön sein, sie müssen dem Studenten nur bei der Umsetzung der Idee helfen“, erklärt Finkernagel.

Die Vielfalt der Methoden zeigt sich besonders gut, wenn man zwei Entwürfe der gleichen Aufgabenstellung miteinander vergleicht. So haben sich Aline Lemmer und Rebecca Aldinger dem Projekt „Studentenwohnheim an der Alexanderstraße“ unterschiedlich genähert.

„Die Baulücke in der Alexanderstraße 25 gibt es wirklich“, sagt Junglas, „Aufgabe war es, ein funktionales Gebäude zu entwerfen, dass sich harmonisch in den Hinterhof einfügt. Während Lemmer ein sechsstöckiges Haus mit Zwischenebenen entworfen hat, baute Aldinger drei Häuser, die zusammen ein Wohnheim für elf Studierende ergeben. Beide Entwürfe seien städtebaulich schön gelöst und deshalb für die Ausstellung ausgesucht worden.( stin)

Die Arbeiten sind bis 3. Dezember dienstags bis freitags von 12 bis 24 Uhr in der Centralstation zu sehen. Anmeldungen für Führungen per E-Mail an info@sichten.tu-darmstadt.de.

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