Darmstadt

Sponsor für Welterbe-Bewerbung

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Merck unterstützt die Stadt bei der Übersetzung von Dokumenten.

Der Ort war mit Bedacht gewählt worden: Nur einige Schritte von der Russischen Kapelle entfernt und in Sichtweite der Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe, an denen vor einigen Wochen der Putz abgeschlagen worden ist, haben Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Matthias Bürk, der Standortleiter der Firma Merck eine Sponsoringvereinbarung unterzeichnet. Das entsprechende Schriftstück wurde extra mit einer Drohne eingeflogen. Das in Darmstadt ansässige Technologie- und Pharmaunternehmen will die Stadt nun als „offizieller Partner“ bei der Bewerbung der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe für den Unesco-Welterbetitel begleiten, wie es in einer Mitteilung heißt. Der Vertrag gilt bis zur Bekanntgabe der Entscheidung durch die Unesco im Sommer 2020. Die Stadt räumt mit der Vereinbarung Merck „das Recht ein, offizieller Partner der Bewerbung um das Unesco-Weltkulturerbe“ zu sein. Was dies konkret heißt, blieb allerdings zunächst weitgehend unklar. Nach Angaben von Partsch und Bürk hat Merck etwa Geld für die Übersetzung der Bewerbungsunterlagen zur Verfügung gestellt. Die Rede ist von mehreren Zehntausend Euro.

Nach den Worten Bürks ist Merck, das im vorigen Jahr sein 350. Bestehen feiern konnte, seit mehr als fünf Jahrzehnten „einer der wichtigsten Förderer von Kunst und Kultur in der Region“. Die Bewerbung um den Titel als „Unesco-Welterbe“ bezeichnete der Merck-Standortleiter als „herausragendes kulturelles Projekt mit weltweiter Strahlkraft“. Alles, was Darmstadt helfe, helfe auch dem Unternehmen, äußerte Bürk, um die enge Verbindung zwischen Stadt und Merck hervorzuheben. Die Bedeutung und der „außergewöhnliche universelle Wert“ des Ortes sei Merck längst bewusst. So habe schon die Familie Merck im vorigen Jahr der Stadt für den Bau des geplanten Besucherinformationszentrums auf der Mathildenhöhe anlässlich des 350. Unternehmensjubiläums dreieinhalb Millionen Euro gespendet.

Oberbürgermeister Partsch sagte, die Wirkungskraft der Kultur beflügele auch die Stadtgesellschaft, deren Teil auch der international tätige Konzern Merck sei. Philipp Gutbrod, der Direktor des Instituts Mathildenhöhe, wies darauf hin, dass es die Idee von Großherzog Ernst Ludwig gewesen sei, bei der Gründung der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe, Kultur- und Wirtschaftsförderung miteinander zu verbinden. Diese Erfolgsgeschichte finde nun „einen Widerhall in der Unterstützung der Welterbebewerbung durch Darmstadts Traditionsunternehmen“, so Gutbrodt.

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