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Spektakel in der Innenstadt

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Die Formation Firedancer sorgte für Aufsehen.
Die Formation Firedancer sorgte für Aufsehen. © Claus Völker

Tausende nutzen bei „Feuer und Eis“ in Darmstadt die verlängerten Öffnungszeiten der Läden.

Das soll mal ein Weihnachtsstern werden? Schwer zu glauben, aber Michael Hirz verspricht: „Ich bekomme das hin.“ Mit Stech- und Hohlbeitel, Motorsäge und Axt will der Eisbildhauer aus einem grobschlächtigen Eisquader ein gefrorenes Kunstwerk schaffen – und das in nur vier Stunden.

Hirz ist einer von drei Eisschnitzern, die am Freitagabend in der Wilhelminenstraße auftreten. Die Künstler gehören seit Jahren zum Programm von „Feuer und Eis“, einer Veranstaltung des Darmstädter City Marketings, dem Zusammenschluss der Einzelhändler. Hirz ist bereits zum vierten Mal dabei.

Neugierig und gespannt sind die Besucher aber immer noch. Bereits vor 19 Uhr bildet sich eine Menschentraube um die drei Eisblöcke. „Die meisten sind immer begeistert“, erzählt Hirz. „Da ist die Resonanz über die vier Stunden durchweg positiv.“ Sein heutiges Kunstwerk soll der Weihnachtsstern mit Halbmond werden. Vorsichtig kratzt Hirz erste Formen ins Eis, bevor er grob mit dem Abschaben beginnt. Nur die Filigranarbeiten könnten heute schwer werden, vermutet der Eisbildhauer. „Bei den Plusgraden taut das Eis eben“, erklärt er.

Feuertänzer locken Zuschauer

Dieses Problem haben die Firedancer nicht. Um 19.30 Uhr treten die Tänzer und Feuerkünstler das erste Mal an diesem Abend auf und locken direkt Hunderte Zuschauer auf den weihnachtlich beleuchteten Ludwigsplatz. Etwa 20 Minuten lang wirbeln sie lodernde Stangen und Fackeln durch die Luft und schwingen brennende Hula-Hoop-Reifen um Hals und Hüfte. Vor allem die Kinder verfolgen das Spiel mit den Flammen fasziniert.

Mona Friedel, ein Kernmitglied der Firedancer ist deshalb nach dem ersten von vier Auftritten mehr als zufrieden. „Das Leuchten in den Augen der Menschen ist geil“, sagt Mona Friedel. Sie mag die Auftritte in Darmstadt. Seit dem ersten „Feuer und Eis“ im Jahr 2008 war die Truppe aus dem Rhein-Main-Gebiet immer dabei. „Wir wollen den Funken der Freude weitergeben und die Menschen berühren“, nennt Mona Friedel ihr Ziel. „Hier ist das besonders schön, weil wir nicht auf einer Bühne stehen, sondern direkt an den Menschen dran sind.“

Die Zuschauer bestätigen das. Zum Beispiel Nadja Schneider und Sohn Jan. Der Siebenjährige hat zum ersten Mal eine Feuershow gesehen. „Feuer ist immer spannend“, sagt er. „Wenn man gar nicht sieht, welche Anstrengungen dahinterstecken, ist das toll“, lobt seine Mama.

City Marketing ist zufrieden

Wie die meisten Gäste sind die beiden Ober-Ramstädter aber nicht nur für die Feuershow nach Darmstadt gekommen, sondern haben auch das Late-Night-Shopping genutzt, bei dem viele Geschäfte in der Innenstadt bis 23 Uhr geöffnet sind. „Der Wunschzettel ist heute noch größer geworden“, scherzt Nadja Schneider nach ihrer Runde durch die Stadt.

Familie Robb aus Groß-Gerau hat sogar schon die ersten Weihnachtsgeschenke besorgt. „Man findet eben immer etwas, ob man will oder nicht“, sagt Mama Monika und lacht. Die Familie ist angetan von dem, was das Darmstädter City Marketing auf die Beine gestellt hat. Dementsprechend glücklich ist man beim Einzelhändlerverband. „Wir sind sehr zufrieden, die Läden waren gut besucht“, berichtet die Vorsitzende Birgit Schaeven. „Die Leute nehmen das Event gut an und freuen sich, wenn es wieder losgeht“, sagt auch Citymanagerin Anke Jansen. Das Ziel, „die Innenstadt zu stärken und den ersten Weihnachtsmarkt-Freitag zu zelebrieren“, habe man erreicht.

Auch Eisbildhauer Michael Hirz hat es geschafft. Kurz vor 23 Uhr sind Weihnachtsstern und Halbmond schön herausgearbeitet. Trotz Regens und neugieriger Kinder: „Die dürfen bei mir gerne mal mithacken, ich bin da nicht so kleinlich“, sagt Hirz. eda

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