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Im Westkopf des Eingangs zum Friedhof ist Platz für das Café.

Café am Waldfriedhof

Waldfriedhof erhält Café

Der Waldfriedhof wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Zum Jubiläum soll ein langersehntes Café enstehen, sowohl zu Erholung, als auch zum Trauern. Aber ist ein Café am Waldfriedhof rentabel?

Die Darmstädter wünschen es sich schon seit Langem: ein Café am Waldfriedhof, in dem Besucher sich erholen können, das aber auch Gästen von Beerdigungen für eine Trauerfeier zur Verfügung steht.
Das Jubiläumsjahr 2014 ist für die Stadt nun Anlass, diesem Wunsch nachzukommen – zunächst wird ein provisorischer Schankraum eingerichtet, ab dem kommenden Jahr soll das Café dann als feste Einrichtung bestehen.

Vielseitig einsetzbar

Der Waldfriedhof wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs, im Sommer 1914, war die von Stadtbaumeister August Buxbaum geplante Anlage eröffnet worden. Die Bauarbeiten bis zur Fertigstellung des halbrunden Säulengangs und der symmetrisch angeordneten Kuppelbauten für Trauerhalle (Ost) und Krematorium (West) zogen sich aber noch bis 1922 hin.

Der Waldfriedhof ist nicht nur Grablege vieler Darmstädter Familien, hier wurden auch die mehr als 10 000 Toten des Bombenangriffs vom 11. September 1944 bestattet.

Die Stadt plant anlässlich des Jubiläums in der Westhalle eine Ausstellung zum Thema "Trauer und Tod", die von Mai bis zum Spätherbst durch eine Reihe von Veranstaltungen begleitet wird. Das wird die Zahl der Besucher des Waldfriedhofs erhöhen, „und für eine gelungene Umrahmung ist deren Bewirtung unabdingbar“, wie Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) sagt. „Das Café könnte dann auch für Lesungen und kleinere Bilderausstellungen genutzt werden.“

Die Gastronomie soll ihren Platz in dem Wohn- und Verwaltungshaus am westlichen Ende des Säulengangs erhalten, in diesem Jahr zunächst provisorisch. Die bisherige Herrentoilette wird zu einem behindertengerechten WC für alle Besucher umgebaut.

Im Erdgeschoss wird es zudem einen einfachen Gastraum und eine behelfsmäßige Küche geben. Zusammen mit dem Kauf von Stühlen und Tischen soll das 50 000 Euro kosten. Den Cafébetrieb stellt sich die Stadt zunächst „in kirchlicher oder karitativer Regie“ vor.

Ist ein Café rentabel?

Im Jahr darauf folgt der Umbau des Lokals für den dauerhaften Betrieb. Dies erfordert weitere Veränderungen im Gebäude, stets in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Der hat auch sein Einverständnis gegeben, dass auf der Rückseite die Wand durchbrochen wird, um den Anschluss zu einem Behindertenaufzug zu schaffen.

Der Umbau wird von November 2014 bis Mai 2015 dauern und nach Angaben der Stadt etwa 75 000 Euro kosten. Im jüngsten Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung äußerte Erich Bauer (Uwiga) Zweifel, ob ein Café in den beengten Verhältnissen am Waldfriedhof rentabel betrieben werden könne. Es drohe die Gefahr, dass die Stadt am Ende auf den Kosten sitzen bleibe, sagte Bauer.

Eine Mehrheit von Grünen, CDU und SPD billigte schließlich das Vorhaben. ers/bad

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