Brandschutzmängel im Badesaunapark

Stadt schließt Badasaunapark

Am Freitagmorgen hat der Pfungstädter Bürgermeister Patrick Koch (SPD) den gesamten Badesaunapark bis auf Weiteres geschlossen. Auslöser dieser Entscheidung

Am Freitagmorgen hat der Pfungstädter Bürgermeister Patrick Koch (SPD) den gesamten Badesaunapark bis auf Weiteres geschlossen. Auslöser dieser Entscheidung ist ein Brandschutzgutachten, das katastrophale Mängel im Bad aufzeigt. Als Bürgermeister hat er die Bauaufsicht über das Bad und trägt damit die Verantwortung für das Wohlergehen von Mitarbeitern und Besuchern.

Am Abend zuvor hatte Koch das Gutachten dem Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Parlaments präsentiert. Demnach würde allein die Ertüchtigung der Fluchtwege im Freibad- und Saunabereich die Stadt 35 000 Euro kosten, insgesamt müssten in der Anlage Fluchtwege, Not- und Paniktüren für bis zu 142 000 Euro erneuert und ertüchtigt werden.

Darüber hinaus liege eine Brandlast im Technikbereich unter der Schwimmhalle, wo übereinanderliegende Kabel Wärme erzeugten, die eine Brandgefahr darstellen.

„Nie hätte ich gedacht, dass ich nach nur 30 Tagen im Amt diese Entscheidung treffen muss“, sagte Koch betroffen. Zwar sei die Stadt das Bad betreffend versichert, aber strafrechtlich werde der Zustand zu einem Problem. Nach Rücksprache mit der Versicherung sei fraglich, ob beim aktuellen brandschutztechnischen Zustand die Versicherung noch greife.

„Ich möchte in dieser Situation nicht die Verantwortung für den Weiterbetrieb des Bads übernehmen“, erklärte Koch. Vor allem im Hallenbad sei nach Aussage des Gutachters Technik und Elektroinstallation der Rettungswege marode. Dort wieder einen ordentlichen Zustand herzustellen, würde etwa 33 000 Euro kosten, der Umbau der Türen auf den Rettungswegen 18 600 Euro.

„Je mehr ich mich mit dem Bad befasse, desto mehr Probleme werden sichtbar“, fasste Koch zusammen. Investitionen ins Bad betrachte er daher als Finanzaufwand für ein marodes Objekt. Da die Stadt derzeit keinen genehmigten Haushalt für das laufende Haushaltsjahr hat, könne man Geld für die nötigen Maßnahmen erst nach dem Haushaltsbeschluss bewegen. Das könne noch Wochen, wenn nicht Monate dauern. Es sei daher fraglich, ob die Schließung zu Beginn der Freibadsaison wieder aufgehoben werden könne.

Geschockt von dieser Nachricht zeigte sich Stadtverordnete Margit Becker-Hillemann (SPD), die gleichzeitig Vorsitzende der Freien Turnergemeinde Pfungstadt (FTG) ist. „Wenn das Schwimmbad schließt, kann ich meinen Verein ebenfalls schließen, denn den Verlust unserer Schwimmabteilung mit ihren rund 300 Mitgliedern werden wir kaum wett machen können.“

Zukunft des Bads unklar

Sprecher der Fraktionen zeigten Verständnis für die Entscheidung des Bürgermeisters. „Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir zwar keinen Cent mehr ins Bad investieren, den Betrieb aber noch so lange wie möglich laufen lassen können, aber das hat sich nach dieser Nachricht überholt“, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Griga (SPD).

Wie es mit dem Schwimmen in Pfungstadt weitergehe, soll nun in der nächsten, nichtöffentlichen Sitzung der Betriebskommission am Mittwoch, 5. Februar, beraten werden. Dag Schöyen, Bauamtsleiter und seit Jahresbeginn für das Schwimmbad zuständig, berichtete außerdem, dass er bei seinen Untersuchungen gravierende Schäden im Beton festgestellt habe, der seit fast 40 Jahren durch eindringende Chloride geschädigt werde.

"Eine Sanierung wird teurer als ein Neubau", meinte Schöyen vor dem Ausschuss. Dies bestätigte auch Koch, der nun mit Weiterstadt und Griesheim, die noch funktionierende Bäder haben, Kontakt aufnehmen will, damit beispielsweise die Schwimmschulen dort bis auf Weiteres Aufnahme finden. eda

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