Darmstadt

Saladin-Eck fehlt auf Liste

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Die SPD wirft dem Magistrat einen fragwürdigen Umgang mit dem Votum der Stadtverordneten vor. Die Stadt verweist auf die nächste Sitzung.

Der Magistrat der Stadt Darmstadt hat in einer Kleinen Anfrage des SPD-Stadtverordneten Tim Huß klargestellt, die städtischen Grundstücke des Saladin-Ecks an die TU Darmstadt verkaufen zu wollen und nicht offen für andere Nutzungen zu sein. Das teilte die SPD am Dienstag mit und zeigte sich erbost darüber. Denn laut Magistrat soll es hierzu erst nach dem Verkauf eine Vorstellung des Nutzungskonzeptes geben, bei dem Bürger Anregungen einbringen können.

Die SPD hatte in der jüngsten Stadtverordnetensitzung erwirkt, dass die weitere Nutzung des Geländes in der Stadtmitte neben der Goldenen Krone in die dritte Vorhabenliste zur Bürgerbeteiligung aufgenommen wird. Nun ist allerdings diese Liste auf der städtischen Homepage erschienen – ohne Infos zum Saladin-Eck. „Ich empfinde es als respektlos und demokratisch fragwürdig, dass der Magistrat ein Votum der gewählten Stadtverordneten ignoriert“, sagte Huß. Dagegen äußerte der städtische Pressesprecher Klaus Honold auf FR-Anfrage: „Selbstverständlich werden Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung umgesetzt.“

Allerdings müsse dies der Magistrat erst in einer seiner nächsten Sitzungen beschließen. Dann werde die Liste geändert. Dass es allerdings eine Bürgerbeteiligung zum Verkauf eines städtischen Grundstücks geben werde, sei nicht vorgesehen, so Honold. Derzeit werde das aus mehreren Teilen bestehende Areal in einer Hand – der städtischen Tochter Bauverein AG – zusammengeführt. Die soll es an die TU verkaufen.

Die Universität will dort ein „International House“ als Anlauf- und Betreuungstelle für international Studierende und Gäste der Uni errichten. Ein entsprechender Architektenwettbewerb wurde bereits 2015 durchgeführt. „Diese Pläne sind allseits bekannt“, so Honold. Dass das Vorhaben bisher nicht weitergediehen sei, liege am Weggang der damaligen Baudezernentin Cornelia Zuschke und der Erkrankung des Kanzlers der TU.

Die SPD moniert, es gebe an anderer Nutzung für das Saladin-Eck Interesse – der Magistrat verrate aber nicht welche. Laut Honold wurde eine Hotel- oder Wohnbebauung wegen der Nähe zur Diskothek Krone abgelehnt. Auch solle das Gelände öffentlich genutzt werden und die Bebauung der Lage Rechnung tragen. All dies erfüllten die TU-Pläne.

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