Kreis Gross-Gerau

SPD auf Reformkurs

Die SPD hinterfragt die Strukturen ihrer politischen Arbeit. Sind beispielsweise die Ortsvereine überhaupt noch zeitgemäß?

Vor vier Jahren hat die SPD im Kreis Groß-Gerau damit begonnen, sich grundlegende Gedanken über ihre politische Arbeit zu machen. Die Partei fragt, warum die Zustimmung zur SPD abnimmt und auch, warum die Wahlbeteiligung und das ehrenamtliches Engagement immer weiter nachlassen .

„Wir haben gemerkt: Es gibt keinen Königsweg“, sagte Unterbezirksvorsitzender Landrat Thomas Will auf dem Reformparteitag der Sozialdemokraten im Kreis Groß-Gerau im Naturbildungszentrum auf dem Kühkopf. Insgesamt befinde sich die SPD noch weiter auf dem Weg des Reformprozesses, fasste Will zusammen.

Die Partei sei aus der Zeit herausgefallen, sagte SPD-Bundestagsabgeordneter Gerold Reichenbach. Die Kommunikation mit den Menschen finde nicht mehr in der Fußgängerzone oder der Ortsvereinsversammlung statt, sondern bei Twitter, Snapchat und Co. Reichenbach empfahl professionelle Hilfe in diesem Bereich, wenn der Ortsverein dazu selbst nicht in der Lage sei. In den Arbeitsgruppen war auch der Frage nachgegangen worden, ob die Struktur in Ortsvereinen noch zeitgemäß sei.

Daran soll vorerst nicht gerüttelt werden, doch wünschen sich die Ortsvereinsvorsitzenden eine bessere Vernetzung bei der Mitgliedergewinnung und mehr alters- und zielgruppenspezifische Angebote wie etwa Besuche in Neubaugebieten. Weiter will die SPD einen „Antragspool“ aufbauen, wo Anträge aus den Ortsvereinen gesammelt und zugänglich gemacht werden. (eda)

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