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Spaß trotz trüber Tage

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Schneeballschlacht gegen Kältefrust.
Schneeballschlacht gegen Kältefrust. © Roman Grösser

Erst durch Rumsitzen und Nichtstun wird der Winter zum Stimmungstief.

Dauer des Winters und Stellung der Mundwinkel, so scheint es, stehen in Zusammenhang miteinander. "Schon wieder dieses Grau" hat in den vergangenen Wochen wahrscheinlich jeder mal gestöhnt. Der Winterblues gehört zur Jahreszeit, Abhilfe schaffen oft ganz einfache Mittel.

"Bewegung ist ganz wichtig" sagt Patricia Gill-Schultz. Am besten ein Spaziergang in der Mittagspause rät die Darmstädter Diplompsychologin, dann ist auch bei bedecktem Himmel die Sonneneinstrahlung am intensivsten. Die bessere Durchblutung ist dem Gefühlshaushalt zuträglich. Zudem lässt der Ausgleichssport den Körper nachts leichter in die wohltuenden Tiefschlafphasen fallen.

Bewegung und Gesellschaft

Daneben braucht das wintermüde Gehirn soziale Wohltaten. Auch wenn der Antrieb in den dunklen Monaten gebremst ist, hilft es nichts, sich einzuigeln. Perfekt sei Gemeinschaftssport, findet Gill-Schultz: "Das kombiniert Bewegung und sozialen Austausch." Wer nicht länger als 14 Tage an durchgehender Appetitlosigkeit, Antriebsschwäche und schlechter Laune leidet, muss sich aber keine Sorgen machen. Statt einer Depression handelt es sich um die viel harmlosere Variante einer depressiver Verstimmung.

Ohne Zweifel ist der Winter die farbärmste aller Jahreszeiten. Mit den möglichen Folgen beschäftigt sich Harald Braem - er ist Farbpsychologe. "Sehr emotionslos" sei die Landschaft derzeit, daran ändere auch der helle Schnee nichts. Ein Urlaub im Süden oder eine Lichttherapie schaffen Abhilfe. Wem dafür Zeit und Geld fehlen, empfiehlt Braem einen günstigen Klassiker, den schon Goethe gegen den geistigen Grauschleier benutzt habe: "Sonnenbrillen mit Restlichtverstärker, das ist die rosarote Brille für den Winter." Mit orangefarbigen Augengläsern werden die hellen Anteile des Sonnenlichts gefiltert. Allenfalls aus ästhetischen Gründen lässt sich dagegen etwas einwenden.

Im Bekanntenkreis geistern immer wieder Tipps zur richtigen Winterernährung umher. Aus wissenschaftlicher Sicht kann Ernährungsexperte Christoph Klotter sie leider nicht bestätigen. Um etwa mit Schokolade das Glückshormon Serotonin zu erhöhen, braucht es davon mehrere Kilo. Aber auch was man genießt, hebt die Stimmung, und darum geht es den meisten Schokofans. Klotter plädiert ansonsten für ein bewussteres Essen in der dunklen Jahreszeit. "Das verschafft ein schönes Erlebnis und wirkt schlechter Stimmung entgegen." Letztlich bläst er ins selbe Horn wie die anderen Experten: Schmuddelwetter wird erst durch Rumsitzen und Nichtstun unangenehm. (eda)

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