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Spacedays in Darmstadt: Sturmtruppen im Anmarsch

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Von: Claudia Kabel

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Das legendäre Ultraschlachtschiff Marco Polo aus Perry-Rhodan-Serie.
Das legendäre Ultraschlachtschiff Marco Polo aus Perry-Rhodan-Serie. © Peter Sauerwein

Science-Fiction- und Fantasy-Fans zeigen bei den Spacedays in Darmstadt ihre Modelle und Kostüme. Auch Vorträge zu Weltraum und Astronomie von Esa und DLR gibt es sowie virtuelle Marsspaziergänge.

Das Highlight der Spacedays am kommenden Wochenende dürfte das 3,80 auf 1,70 Meter große Modell eines Sternenzerstörers sein. Aber auch die lebensgroßen Roboter R2-D2 und C-3PO – ebenfalls aus Star Wars – dürften bestaunt werden. „Hoffentlich piepsen sie nicht wieder so viel“, sagt Pia Fauerbach, Vorsitzende des Vereins Darmstadt Spacedays.

Star-Wars-Fans treten auch gern in Gruppen auf: Hier die German Garrison 501st Legion.
Star-Wars-Fans treten auch gern in Gruppen auf: Hier die German Garrison 501st Legion. © privat

Spacedays feiern 20. Jubiläum

Zum 20. Mal findet die laut Verein deutschlandweit einzigartige Ausstellung für Modellbau im Bereich Science Fiction, Phantastik und Raumfahrt in Darmstadt statt. 60 Aussteller und Ausstellerinnen präsentieren im Kongresszentrum Darmstadtium ihre Leidenschaft: Raumschiffe, Dioramen, die Geschichten nacherzählen, Figuren und andere Modelle in allen Größen von Science Fiction bis hin zu echter Raumfahrt oder Astronomie.

Weltraumheld:innen aus verschiedenen Galaxien haben ihre Landung in Darmstadt angekündigt, ob Mensch, Alien oder Roboter. Star Wars-, Star Trek- oder Superhelden–Cosplayer (also Menschen, die Filmfiguren mimen) und Kostümträger:innen posieren für Fotos. Fangruppen etwa in aufwendig angefertigten Sturmtruppen-Uniformen sorgen für ein galaktisches Ambiente. Viele Fans stellen ihre privaten Sammlungen aus, zum Fachsimpeln und Bestaunen. Dabei ist das Verhältnis von SF zu Fantasy etwa 60 zu 40. Erwartet werden bis zu 3000 Gäste.

Modell eines X-Wing-Fighters aus der Star-Wars-Saga.
Modell eines X-Wing-Fighters aus der Star-Wars-Saga. © privat

„Das Interesse an Science Fiction und Fantasy ist seit etwa 15 Jahren Mainstream“, sagt Fauerbach. „Trotzdem werden die Anhänger des Szene oft noch als Weltraumspinner belächelt.“ Fauerbach selbst kam mit 14 Jahren dazu, heute ist sie 40 und näht am liebsten Kostüme.

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Die Spacedays im Darmstadtium. Schlosgraben 1, öffnen am Samstag, 1. Oktober, 11 bis 18 Uhr und Sonntag, 2.Oktober, von 10 bis 18 Uhr.

Der Eintritt in die Händlerbörse ist frei, die eigentliche Ausstellung kostet 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Tickets gibt es an der Tageskasse und unter www.spacedays.de zu kaufen. cka

Programm zu Weltraum- und Astronomie: 2020.spacedays.de/?page_id=27

Spacedays in Darmstadt: Auch ESA und DLR dabei

60 Mitglieder im Alter von zehn bis 80 Jahren hat der 2013 gegründete Verein. Erstmals zusammen kam man im Jahr 2000 und stellte die ersten Spacedays auf die Beine. Die fanden in der Gaststätte Stadt Budapest statt. „Von Veranstaltung zu Veranstaltung wurden wir größer“, sagt Fauerbach. Zuletzt zog man in die Mensa der Technischen Universität um, doch auch die wurde zu klein. Das 20. Bestehen sollte bereits vor zwei Jahren gefeiert werden, musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

Modell einer Ariane-5-Rakete.
Modell einer Ariane-5-Rakete. © privat

Der gemeinnützige Verein ist deutschlandweit aktiv. Nur etwa 40 Prozent der Mitglieder kommen aus Darmstadt, auch Interessierte aus Dänemark und Luxemburg seien dabei. Man treffe sich in losen Gruppen zum Fachsimpeln und Modelle bauen, so Fauerbach. In Darmstadt finde zudem seit drei Monaten wieder regelmäßig der Science-Fiction-Treff statt, zu dem jede:r kommen könne. Neben den durch Literatur und Film angeregten Themen werden auf den Spacedays aber auch klassische Wissenschaftsthemen behandelt. Man pflege freundschaftliche Beziehungen zu Europäischen Weltraumorganisation ESA und dem Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die sich am Programm beteiligen.

Spacedays in Darmstadt: Virtueller Marsspaziergang möglich

Das DLR SchoolLab lädt zum virtuellen Marsspaziergang ein, und die Astronomieschule Oliver Debus bietet eine Einführung in unser Sonnensystem. Mit dem Verlag „In Farbe und Bunt“ ist für Leseratten auch die phantastische Literatur vertreten.

Viele SF-Fans tragen aufwendige Kostüme: Hier ein Blauer Twi’lek.
Viele SF-Fans tragen aufwendige Kostüme: Hier ein Blauer Twi’lek. © Jörg Ritter

Im Foyer des Darmstadtium werden Händler eine breite Auswahl an Modellen, Lichtschwertern und anderen Accessoires anbieten. Am Sonntag gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Fragestunden zur Raumfahrt gehalten von Referentinnen und Referenten der Esa zu Themen wie Astronomie, Missionen, Leben im Weltall oder Climate Fiction. „Dass wir nicht nur Spinner und bekloppte Trekkies sind, hat sich ja schon bewiesen“, sagt Fauerbach schmunzelnd. Vieles aus der Science Fiction, zum Beispiel der Communicator aus Star Trek, sei schon Realität geworden. In diesem Sinne: Möge die Macht mit den Besucher:innen sein.

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