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Sorge um Westwald

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Die Straßenbaupläne stoßen bei einer Versammlung der Waldkolonie auf Kritik

Der Westwald, die Westranderschließungsstraße und die Frage, ob die Grünen Marionetten der Wirtschaft geworden seien, waren Themen bei einer Bewohnerversammlung der Waldkolonie in der Paul-Gerhardt-Kirche. Oberbürgermeister Jochen Partsch und Baustadträtin Brigitte Lindscheid (beide Grüne) stellten sich den Fragen.

Michael Weintke von der Westwaldallianz und Werner Krone, pensionierter Bauingenieur und Nahverkehrsplaner, blickten zur Einleitung kritisch auf die Straßenbaupläne zugunsten der Gewerbeflächen. Weintke erinnerte die rund 250 Teilnehmer an die Schutzfunktion des Waldes; Krone fand, dass der Verkehr entgegen Prognosen nicht zugenommen habe. Beide hielten die Erschließungsstraße für das Gewerbegebiet für unnötig und schädlich für den Wald.

„Als Stadt hätten wir diese Straße längst bauen müssen“, sagte dazu Bau-und Verkehrsdezernentin Lindscheid und blickte auf das Gewerbegebiet Telekom-City. „Mittlerweile arbeiten dort 7000 Menschen.“ Und man erwarte, dass es noch 3000 mehr würden. Aber man habe sich inzwischen vom ursprünglich geplanten Verlauf verabschiedet, erklärte sie weiter. Abschnittweise sei die Trasse nach Osten verschoben worden, „wir haben nur noch im südlichen Bereich noch keinen Trassenverlauf“.

Partsch stellt sich den Fragen

Günter Heilmann vom Siedlerbund warb dafür, die Entwicklung abzuwarten und erst dann Straßen zu bauen. „Oder haben sie längst in der Planung, dass da Ikea hinkommen soll?“, fragte er den Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernenten Partsch. Der erklärte dazu knapp: „Ikea kommt dort nicht hin. Punkt.“

„Die Politik wird zur Marionette der Wirtschaft“, kritisierte eine Frau. Der Wald sei voller Leben und solle erhalten bleiben. „Wenn es darum ginge, dass wir Marionetten der Wirtschaft sind, dann wäre die Nordostumgehung längst im Bau“, entgegnete Partsch mit Verweis auf die Wünsche der IHK.

Die Politik versuche, die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie herzustellen. Dazu gehöre aber auch, Unternehmen Entwicklungschancen zu geben. „Döhler hat gesagt, wenn man keine Möglichkeit zur Expansion habe, gehe man weg“, nannte der Jochen Partsch ein Beispiel. Die Firma Döhler in der Riedstraße ist weltweit führend bei Lebensmittelzusatzstoffen und Aromen. mawi

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