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Solarhaus im Regen

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Das Gebäude der Darmstädter Studenten erzeugt mehr Energie, als es verbraucht – Angela Merkel ist beeindruckt.
Das Gebäude der Darmstädter Studenten erzeugt mehr Energie, als es verbraucht – Angela Merkel ist beeindruckt. © Claus Völker

Zum Abschluss ihrer zweiwöchigen Energiereise informiert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in Darmstadt und findet lobende Worte für das TU-Projekt.

Angela Merkel kann sich durchaus vorstellen, „für eine Weile“ in dem Solarhaus zu leben, das sie sich am Freitagnachmittag auf der Lichtwiese angeschaut hat. Eine Stunde lang hatte sich die CDU-Bundeskanzlerin in dem Plus-Energie-Haus der Technischen Universität Darmstadt aufgehalten und sich über die wichtigsten Fakten des Siegerhauses des Solar Decathlon 2009 informiert. Der Besuch bildete den Abschluss ihrer zweiwöchigen Energie-Sommerreise.

„Das Haus gefällt mir gut“, ließ sie die zahlreichen Journalisten bei der Pressekonferenz in der Architekturfakultät wissen. „Es ist sehr interessant, alle Küchengeräte sind vorhanden“ – und auch architektonisch könne sie sich bis auf wenige Kleinigkeiten durchaus mit dem Haus anfreunden, so die Kanzlerin.

Im Gespräch forderte Merkel den massiven Ausbau der Stromnetze, um eine vollständige Umstellung auf Öko-Energien zu erreichen. „Es muss eine nationale Bereitschaft geben, den Leitungsausbau zuzulassen, um das Öko-Energie-Zeitalter zu erreichen,“ sagte sie. „Ohne staatlich flankierende Gelder wird diese Wende nicht vollziehbar sein.“

AKW-Gegner demonstrieren

Bevor sie den Journalisten Rede und Antwort stand, hatte sich die Kanzlerin ausführlich von TU-Architekturprofessor Manfred Hegger, Thomas Hartkopf vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnologie und den an der Konzeption des Solarhauses beteiligten Studenten informieren lassen. „Ich bin beeindruckt, dass das Haus mehr Energie erzeugen kann als es braucht und sogar noch Einspeisungen möglich sind.“ Kurz fiel die Begrüßung von TU-Präsident Hans Jürgen Prömel aus, schon war die Besucherin im Haus verschwunden – bevor ein neuer Regenschauer niederging. Der Regen ärgerte vor allem die Fotografen und Kameraleute, die eine Stunde lang ausharrten, bevor die Kanzlerin dann gut beschirmt von Sicherheitskräften und Regenschirmen wieder nach draußen kam.

Derweil sie sich vorm Haus positionierte, schallte es „Abschalten, abschalten“ von einem Balkon in der Nähe, auf dem ein Grüppchen Atomkraftgegner protestierte. Eine deutlich größere Gruppe hatte dies auch schon lauthals vor Merkels Ankunft am TU-Parkdeck getan.

Zur Atomkraft äußerte sich die Kanzlerin später in der Pressekonferenz und wies Spekulationen zurück, die Regierung habe sich bereits auf zehn Jahre längere Laufzeiten festgelegt. „Am Wochenende wertet die Regierung Gutachten aus.“ Sie sollen Klarheit darüber bringen, wie viele Jahre länger die Meiler am Netz bleiben werden. „Bevor das nicht geschehen ist, werde ich mich nicht festlegen.“ (an)

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