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Sogar im Rathaus gibt's "fairen" Kaffee

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Seeheim-Jugenheim bemüht sich um das Fairtrade-Gütesiegel.
Seeheim-Jugenheim bemüht sich um das Fairtrade-Gütesiegel. © Alle Rechte TransFair e.V / Foto: M. Ersch

Seeheim-Jugenheim will sich um das Fairtrade-Gütesiegel bewerben. Doch dafür muss der Gedanke des fairen Handels in der Gemeinde noch wachsen. Die Verwaltung legt schon mal vor - und verköstigt nur noch fair gehandelten Kaffee.

Im November vergangenen Jahres hatte sich die Gemeindevertretung auf Antrag der Grünen einstimmig dafür entschieden, dass Seeheim-Jugenheim Fairtrade-Gemeinde werden soll. Im Kreis Darmstadt-Dieburg haben die vielfältigen Kriterien, die für das Gütesiegel nötig sind, bisher nur Bickenbach und Mühltal erfüllt. Ober-Ramstadt und Modautal arbeiten derzeit noch an der Umsetzung.

Susanne Bruer, die für die Grünen im Gemeindevorstand sitzt, hat die Koordination der Steuerungsgruppe übernommen, die die Bewerbung auf den Weg bringen soll. „Wir sind mittlerweile acht Mitstreiter, ganz bunt zusammengewürfelt“, sagt Bruer. Auch die Betreiber der Eine-Welt-Läden in den Ortsteilen Seeheim und Jugenheim hätten bereits Interesse an einer Mitarbeit bekundet. Vier Geschäfte müssten laut den Kriterien des Trans Fair Vereins in der Kommune mitmachen: „Das haben wir schon. Es gibt fair gehandelte Blumen zu kaufen, Supermärkte bieten solche Produkte an und wir haben zwei Eine-Weltläden.“ Mit den Gastronomen hingegen hat die Steuerungsgruppe noch nicht gesprochen. Auch zwei Gaststätten müssen Fairtrade-Produkte anbieten. „Wir werden jetzt als Nächstes die Gewerbevereine ansprechen“, sagt Bruer.

Verwaltung muss mitmachen

Besonders gefreut habe es sie, dass Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos) direkt nach dem Beschluss eingeführt hat, dass es bei Besprechungen im Rathaus Fairtrade-Kaffee geben wird. Denn auch das gehört zu den Kriterien: Verwaltung, Kirchen, Schulen und Vereine müssen sich beteiligen. „Es ist wichtig, dass das Thema fairer Handel in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Das beginnt beim morgendlichen Kaffee und endet beim Grabstein, der nicht aus indischen Produktionsstätten stammen darf, die auf Kinderarbeit zurückgreifen.“

Susanne Bruer ist jedenfalls zuversichtlich, dass bis zum Herbst die Bewerbung um das Gütesiegel erfolgen kann. det

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