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Zu Silvester im Neubau

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Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) führt Besucher durch den Bau.
Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) führt Besucher durch den Bau. © Eva Susanne Schmidt

Richtfest auf der Baustelle des Kita-Gebäudes im Walldorfer Nordring. Bereits am Nikolaustag sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein, sodass die Kinder Ende des Jahres einziehen können.

Einen Kindergarten sollt‘ man haben, so schön und groß wie dieses dolle Haus. Zimmermann Armin Borngesser aus Trebur – gekleidet gemäß den Regeln seiner Zunft – hat den eigens für das Richtfest in der Kita im Walldorfer Nordring verfassten Spruch verlesen. Bevor er am Dienstag auf Kinder, Architekten und Bauherren anstieß und sein Glas gegen die Wand warf, wünschte er sich, dass das neue Haus Schutz bieten möge gegen Unheil, Wind und Wetter.

Schon im Rohbau macht der großzügige Bau einen Eindruck. Auf fast 1000 Quadratmetern ist der Flachbau übersichtlich geplant: In einer L-Form erstreckt er sich auf dem ehemaligen Außengelände der Kita XI. Großflächige Glasfronten an den Enden der Flure und in den Räumen lassen viel Licht ins Gebäude.

„Die Versorgungsleitungen sind gelegt. An den Rohren und Leitungen sieht man, dass bereits der Innenausbau begonnen hat“, sagte sich Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD). „Es ist ein Symbol für die Kinderbetreuung in Mörfelden-Walldorf, die sich sehen lassen kann“, urteilte der Ersten Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne).

Kita-Leiter Abraham Tekie und sein Team waren von Anfang an in die Konzeption des Gebäudes mit eingebunden. Architekt Uwe Ewald vom Büro Wagner und Ewald hat viel Herzblut in die Konzeption gesteckt. Beim Richtfest erzählte er von einem Ereignis auf der Baustelle, das zeigt, wie aufmerksam die Kinder die Arbeiten begutachtet haben. Ein kleiner Junge habe ihn längere Zeit beobachtet, wie er nur dastand, während die Arbeiter kräftig Hand anlegten. „Wieso arbeitest du nichts?“, habe der Junge dann ganz kritisch gefragt.

Seit fünf Jahren in Containern

Dass die Architekten sich eine Menge Gedanken gemacht und innovative Ideen hatten, wurde beim Gang durch den Rohbau deutlich. Die Führung übernahmen Kinder der Kita. Mit Warnwesten ausgestattet, zeigten sie in Kleingruppen stolz die beiden Gebäudeflügel, die vier Gruppenräume, Waschraum, Werkraum und die Bibliothek.

„Jeder Gruppenraum hat rund 45 Quadratmeter und wird mit einer Terrasse ausgestattet“, ergänzte Ewald. Bei dem L-förmigen, barrierefreien Bau liegen alle vier Terrassen in einer Art Innenhof. „Uns war es wichtig, dass das Gebäude in die parkähnliche Umgebung passt“, erklärte Ewald. Deshalb habe man sich für ein niedriges Gebäude entschieden, dass sich durch die Holzfassade gut einfügt. „Der Geist des Ortes“ bleibe so gewahrt.

„Eine Besonderheit sind die Garderoben – wir haben sie vom Flur weg verlagert“, so der Architekt. Auch im Speiseraum findet sich eine ungewöhnliche Idee: eine Trennwand mit Löchern, teils zum Durchsteigen. Die Wand bringt optisch und akustisch Ruhe in den Raum.

Die rund 100 Kinder der Kita werden seit 2010 in Containern betreut. Die Container standen bis 2014 auf dem jetzigen Baufeld und wurden dann versetzt, um den Neubau zu ermöglichen. Am 9. März dieses Jahres fiel der Startschuss für den Bau. Bereits am Nikolaustag sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein, sodass die Kinder Ende des Jahres einziehen können.

Die Errichtung der Außenfassade ist 2016 geplant, ebenso die Gestaltung des Außengeländes. 2,2 Millionen Euro kostet der Neubau. 680 000 Euro davon kommen aus dem Regionalfonds, 150 000 Euro aus dem Topf für die U3-Förderung. (eda)

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