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Sicherer Aufstieg zur Veste

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Beim Aufgang zur Veste Otzberg mussten Kompromisse eingegangen werden.
Beim Aufgang zur Veste Otzberg mussten Kompromisse eingegangen werden. © Melanie Schweinfurth

Stufenloser Fußweg durch flache Treppe ersetzt / Bürger kritisieren Optik.

Der neu gestaltete Weg zur Veste Otzberg soll im April eröffnet werden. Noch ist dort Baustelle, fehlen wichtige Elemente des künftigen „Erlebnisaufstiegs“. Doch schon jetzt sind manche Bürger mit dem Anblick unzufrieden.

Eigentlich sollte der Erlebnisaufstieg zur Veste Otzberg bereits an den beiden Ostermarkt-Wochenenden wieder begehbar sein. Doch die Bauarbeiten am knapp 70 Meter langen Aufgang zur Burg verzögerten sich um zwei Monate. Witterungsbedingt habe der geplante Eröffnungstermin nicht eingehalten werden können, teilte Bürgermeister Matthias Weber (parteilos) mit.

Denn der Mörtel für den Unterbau könne nur bei bestimmten Temperaturen verarbeitet werden. Kurz: Man musste auf besseres Wetter warten. Der Unterbau gehört zu jenem Teil der Bauarbeiten, die später nicht mehr sichtbar sein werden. Bei der Neugestaltung des Fußwegs, der von der katholischen Kirche Hering zur Burganlage führt, spielt er jedoch eine wichtige Rolle.

Denn der drei Meter breite, mit glatten Basaltsteinen gepflasterte Weg war nicht mehr verkehrssicher und musste erneuert werden. Zudem war die Sanierung der unterirdisch verlaufenden Wasser- und Abwasserleitungen dringend erforderlich.

Den Fußweg für Spaziergänger und Ausflügler wieder begehbar zu machen, bedeutete aber auch, einen Kompromiss einzugehen zwischen der Ästhetik des Bauwerks und der Sicherheit der Nutzer. Das Risiko sei zu groß, dass ein Fußgänger auf den unebenen Basaltsteinen mit ihrer glatten Oberfläche ausrutscht, so Weber.

„Deshalb musste in Absprache mit der Unteren Denkmalbehörde und dem hessischen Immobilienmanagement eine Gestaltungsvariante gefunden werden, die optisch zum historischen Burgensemble passt und gleichzeitig den sicheren Aufstieg gewährleistet.“

Einigen Besuchern der Veste missfällt jedoch der jetzige Anblick des neuen Wegs, teils ist gar von Verschandelung der gesamten Anlage die Rede. Der Grund: Der alte Aufgang war nahezu stufenlos; er entsprach noch weitgehend dem Weg, der ursprünglich für Pferdewagen gebaut worden war.

Dieser wurde nun durch flache Treppenstufen ersetzt, um das starke Gefälle von 13 Prozent auszugleichen und dem Aufstieg die nötige Stabilität zu geben. Die Trittflächen der Stufen bestehen nun aus zwei unterschiedlichen Materialien. Flache, plan liegende Pflastersteine wurden für den Teil der Stufen verwendet, der seitlich steil abfällt. Dort wird auch das alte Holzgeländer durch einen neuen Handlauf ersetzt. „Auf der Hangseite konnten die alten Basaltsteine nicht mehr verwendet werden, da dort die Rutschgefahr zu groß ist“, sagt der Bürgermeister.

Aus dem einfachen Weg ein „Erlebnisaufstieg“

Auf etwa zwei Dritteln der Trittfläche fanden die alten Basalt-Pflastersteine, die zuvor sortiert und gesäubert worden waren, eine neue Verwendung. Gegenüber dem gewohnten Anblick habe sich der Weg zwar verändert. Doch der Neugestaltung des Aufgangs sei ein sorgfältiger Abwägungsprozess mit allen zuständigen Behörden vorausgegangen. Zudem seien die Bauarbeiten noch nicht beendet, fehlten noch entscheidende Elemente, die aus dem einfachen Weg einen „Erlebnisaufstieg“ machen sollen.

Dazu gehören drei Informationstafeln zur Historie und Lage der Gemeinde sowie zur Geschichte des Grafen von Sickingen, der als angeblicher Alchemist in der Veste inhaftiert war und Friedrich Schiller zu seinem Gedicht „Die Räuber“ inspiriert haben soll. Zu den Schautafeln, die vom Otzberger Designer Jens Rotzsche gestaltet werden, kommen fünf Infostationen des Geo-Naturparks Odenwald.

Im Zuge der notwendigen Sanierung sollte der Burgweg aufgewertet und für Touristen attraktiver gemacht werden. Mehrere Stellen stuften das Projekt als förderungswürdig ein. So wurde die 213 000 Euro teure Maßnahme vom europäischen Leader-Programm, der Flughafenstiftung, HSE, Sparkasse und der Museumsstraße sowie örtlichen Fimen mit insgesamt 151 000 Euro bezuschusst. (eda)

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