1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Sicher über die Limabrücke

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Kletter-Coach Markus Stender weiß, wie man sicher hoch hinaus gelangt.
Kletter-Coach Markus Stender weiß, wie man sicher hoch hinaus gelangt. © André Hirtz

Im Darmstädter Kletterwald tummeln sich bis zu 200 Besucher täglich. Seit der Eröffnung 2007 ist der Kletterwald ein Anziehungspunkt nahe der Stadt.

Wie hoch 7,50 Meter sein können, merkt jeder, der auf der Holzplattform der Limabrücke steht, einem Element des roten Kletterparcours. Rot, wohlgemerkt, was dem zweitniedrigsten Schwierigkeitsgrad des Hochseilgartens entspricht. „Wie auf der Skipiste“, sagt Markus Stender, Kletterer, Sportwissenschaftler und Gesellschafter der Weitblick Naturerlebnis GmbH, die neben dem Darmstädter Kletterwald noch Parks in Wiesbaden und Bingen betreibt.

Stender sieht so aus, wie man sich einen Kletterer vorstellt: 1,70 Meter groß, durchtrainiert, schmal, aber athletisch, brauner Lockenkopf, sympathisches Lachen. Dass er am liebsten in den Bergen klettert, ist klar. Hier aber, zwischen den hohen Bäumen des rund ein Hektar großen Geländes hinter dem Hochschulstadion, coacht er mit seinem Team täglich Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die hoch hinaus wollen. Zwischen 25 000 und 30 000 Besucher zählt der Darmstädter Kletterwald jährlich, seit der Eröffnung 2007 ist er ein Anziehungspunkt nahe der Stadt. Das liegt zum einen an dem herrlichen Gelände, das vor allem an heißen Sommertagen schattiger Rückzugsort ist, aber auch an der engagierten, sportlichen Mannschaft. Sie erleichtert ängstlichen Anfängern den Einstieg ins Klettern, muss aber auch selbstbewussten Teenagern oder erwachsenen Managern klarmachen, dass man mit dem blauen oder roten Parcours beginnt – und nicht gleich mit dem schwersten, dem schwarzen.

„Die Bandbreite der Besucher ist groß“, sagt Stender. Natürlich zählen Schulklassen, Ferienkinder und Geburtstagsgruppen zum Klientel. Doch auch Firmen haben den Kletterwald entdeckt, trainieren Teambildung im Hochseilgarten statt im Seminarraum. Dass sich manche Ziele nur gemeinsam erreichen lassen – auch das lernen die Kletterwald-Besucher.

Gemeinsam im Teamparcours

„Teamparcours“ heißt der Bereich hinter den TU-Tennisplätzen, der extra für Zweierteams gestaltet ist. „Hier klappt alles deutlich besser, wenn man sich unterstützt“, erklärt Stender. So sind etwa die Abstände der Himmelsleiter so groß, dass der Kompagnon helfen muss, wenn man von einer Sprosse zur nächsten will.

Hakt es bei einem Gast, ist immer ein Helfer zur Stelle. Simon, Tobias, David oder Kim heißen die ausgebildeten Trainer, die zum Teil fest angestellt, zum Teil als Saisonkräfte arbeiten. Ihr erster Job ist immer die obligatorische Einführung. „Hundert Prozent Erlebnis bei maximaler Sicherheit“, heißt die Devise. So wird jeder Kletterer zunächst mit Helm, Gurt und Sicherungsseil versehen, dann erhält er eine zwanzigminütige Einweisung. Erst dann geht’s los.

Was beim Zuschauen leicht aussieht, ist dann doch etwas komplizierter, wenn man es selbst probiert. In die Höhe darf, wer mindestens sechs Jahre alt ist und eine Greifhöhe von 1,65 Meter hat. Kindergartenkletterer ab vier Jahren üben im „Dschungelparcours“, bei dem es über hölzerne Elefantenbeine oder Kletterschlangen geht. an

Auch interessant

Kommentare