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Rund um das Darmstädter Schloss wurden an drei Straßenlaternen die Sensoren installiert. 

Analyse

Sensoren an Laternenmasten in Darmstadt sammeln Daten

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An drei Stellen in der Darmstädter Innenstadt werden im Rahmen des Digitalstadt-Prozesses Verkehrsströme und Luftqualität gemessen.

Die kleinen technischen Geräte hängen an drei Straßenlaternen in der Nähe des Darmstädter Residenzschlosses und des Kongresszentrums Darmstadtium. Mit einigen Metallschellen sind sie an den Laternenmasten befestigt worden. Sie wirken unscheinbar, sind zum Teil mausgrau, haben es aber in sich: „Smart Lighting“ nennt sich das Projekt, das im Rahmen des Digitalstadt-Prozesses realisiert wird. José David da Torre Suárez, einer der drei Geschäftsführer der Darmstädter Digitalstadt GmbH, spricht von einer „intelligenten Straßenleuchte“, obwohl von der Laterne selbst nur der Strom für die Versorgung der kleinen technischen Geräte benötigt wird.

Mit den drei technisch aufgerüsteten Laternenmasten, die an der Schlossumfahrung der B26 gegenüber dem Darmstadtium und am Friedensplatz sowie an der Alexanderstraße stehen, können künftig der Verkehrsfluss auf den Straßen sowie verschiedene Umweltdaten gemessen und gespeichert werden. Die kleinen Kästchen an den Straßenlaternen sind mit speziellen Sensoren und Funkmodulen ausgestattet. Vorgesehen ist, mit den Sensoren etwa die Anzahl der vorbeifahrenden Autos und Radfahrer sowie der vorbeilaufenden Fußgänger zu erfassen. Auch kann gemessen werden, wie laut es an den Messstellen ist oder welche Qualität die Luft dort hat. Die erfassten Daten, die nicht via Internet, sondern über Mobilfunk übermittelt werden, können schließlich in den Fachabteilungen der Stadtverwaltung ausgewertet werden.

Nach den Worten von Digitalstadt-Geschäftsführer da Torre Suárez will man zunächst in der Pilotphase auswerten, wie die technische Übermittlung der Daten funktioniert. Aus Sicht des Hessischen Städtetags sind solche Versuche notwendig, da sie langfristig zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen könnten. „Dazu muss man allerdings auch solche Versuche wagen“, sagte der geschäftsführende Direktor des Städtetags, Stephan Gieseler. Sein Amtskollege, Karl-Christian Schelzke vom Hessischen Städte- und Gemeindebund mahnte, die Stadt müsse die Projekte transparent gestalten und zeitnah darlegen, wofür die Daten konkret verwendet werden sollen.

Die städtische Gesellschaft bekommt Unterstützung

Das Projekt „Smart Lighting“ ist im Handlungssektor „Energie“ der Digitalstadt GmbH angesiedelt. Die städtische Gesellschaft wird bei dem Projekt vom Energieversorger Entega und den Firmen ICE-Gateway und Vodafone unterstützt. Nach dem zweijährigen Sponsoring-Zeitraum gebe es allerdings „keine Abhängigkeiten“, betonte Digitalstadt-Geschäftsführer da Torre Suárez.

Die Straßenlaterne an der Bushaltestelle gegenüber dem Darmstadtium ist mit einem Lärm- und einem Kohlendioxid-Sensor ausgestattet. Dieser kann auch ermitteln, wie hoch das Verkehrsaufkommen an der vielbefahrenen B26 ist, und registriert auch die Anzahl der Fußgänger, der Radfahrer sowie der vorbeifahrenden Autos – ohne jedoch personenbezogene Daten zu erheben. An den beiden anderen Laternen in Höhe des Friedensplatzes und an der Alexanderstraße werden sogar neun Werte – wie Feinstaub, Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Ozon – gemessen.

Laut da Torre Suárez ist geplant, die gesammelten Daten später auf einer gerade im Aufbau befindlichen städtischen Datenplattform nach dem Open-Data-Prinzip zur Verfügung zu stellen. In der Abteilung Verkehrssteuerung des Straßenverkehrs- und Tiefbauamts der Stadt sollen die ermittelten Daten über Verkehrsaufkommen und Luftemissionen mit denen durch das aufgebaute Umweltsensornetz zusammengeführt und ausgewertet werden. Ziel sei es etwa, die Verkehrsströme in der Stadt besser zu steuern und Staus zu vermeiden, so da Torre Suárez. Vorgesehen sei auch, in der ganzen Stadt weitere Laternen mit den kleinen unscheinbaren Geräten, die es in sich haben, auszustatten, mit dpa

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