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Selbstkritische Töne

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Um verlorene Stimmen zurückzugewinnen will die SPD im Kreis Groß-Gerau ihre Glaubwürdigkeit stärken. Bei den bevorstehenden Bürgermeister-Direktwahlen rechnen sich die Sozialdemokraten gute Chancen aus.

Die sieben ältesten deutschen Atommeiler, darunter das Atomkraftwerk Biblis, dürfen nicht wieder hochgefahren werden. Diese an die Regierungen von Bund und Land gerichtete Forderung unterstützten einstimmig knapp 100 Delegierte, die zum Unterbezirksparteitag der SPD ins Mörfelder Bürgerhaus gekommen waren. Binnen drei Stunden wickelten die Sozialdemokraten im Unterbezirk Groß-Gerau das Programm ihres Parteitags ab.

„Die Koalition von SPD und Grünen ist bestätigt worden, hat Stimmen hinzugewonnen“, kommentierte Landrat Thomas Will in seiner Funktion als Vorsitzender des Unterbezirks das Ergebnis der Kommunalwahl aus Sicht des Landrats. Zur Kenntnis zu nehmen sei aber, dass die Sozialdemokraten auf kommunaler Ebene manche Entscheidung anders hätten treffen müssen. Um verlorene Stimmen zurückzugewinnen, gelte es, die Glaubwürdigkeit zu stärken. Zentrale Handlungsfelder seien Bildungs- und Finanzpolitik sowie Arbeitsplatz- und soziale Sicherheit.

Hoffnungsfroh sah Will den bevorstehenden Bürgermeister-Direktwahlen entgegen. Die Wiederwahl-Chancen seien für die Amtsinhaber Thomas Jühe (Raunheim) und Thomas Schell (Biebesheim) ebenso außerordentlich gut wie die Aussicht von Renate Meixner-Römer, zur Oberbürgermeisterin von Rüsselsheim gewählt zu werden.

Gerald Kummer, hauptamtlicher Kreisbeigeordneter, rief die Genossen mit Blick auf die geringe Wahlbeteiligung dazu auf, sich für ein stärkeres politisches Interesse der Bevölkerung einzusetzen. Darüber hinaus erachte er „schwarz-grüne Koalitionen“ – sein Blick richtete sich offenkundig nach Darmstadt – als höchst bedenklich. „Wie kann ich als Grüner mit jemandem ins Bett gehen, der das Atomkraftwerk Biblis weiterbetreiben, das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen kippen und Windkraftanlagen verhindern will“, fragte der Sozialdemokrat provozierend. (eda)

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