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Die Sauna der TU Darmstadt im Hochschulstadion soll abgerissen werden, obwohl das Hochschulbad derzeit mit 4,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramms aufwendig saniert wird. Doch es regt sich Widerstand.

Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die am Samstag vor der TU-Sauna im Hochschulstadion zusammengekommen ist. Die rund 70 Saunafreunde wollen besprechen, was sie für den Erhalt ihrer Sauna tun können. Das Gebäude soll abgerissen werden, obwohl das Hochschulbad derzeit mit 4,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramms aufwendig saniert wird. "Wir wollen für den Erhalt der Sauna kämpfen", sagt Horst Hahn, seit Jahrzehnten Nutzer der TU-Sauna.

Für eine Sanierung des Gebäudes ist bislang kein Geld vorhanden. Alle Mittel werden für das Schwimmbecken, das Tribünengebäude und die Neugestaltung des Froschbeckens benötigt.

Denkmalschutz gilt nicht

Im Gegensatz zur Gesamtanlage Hochschulstadion steht die Anfang der siebziger Jahre gebaute Sauna auch nicht unter Denkmalschutz, betont Nikolaus Heiss. Der Leiter des Darmstädter Amts für Denkmalpflege ist in die Planungen des historischen Beckens und der Tribünenanlage involviert. "Die Sauna aber ist für mich aus denkmalpflegerischer Sicht nicht interessant", sagte Heiss am Freitag. "Gegen deren Abbruch kann ich mich nicht aussprechen." Sollte sie an dieser Stelle jedoch erhalten und renoviert werden, "habe ich gegen ihren jetzigen Standort nichts einzuwenden." Er werde sich aber nicht explizit für ihren Erhalt einsetzen.

Genau dies wollen die Saunafreunde tun, die auch schon bei TU-Kanzler Manfred Efinger vorgesprochen haben. Nach Auskunft von Saunagängerin Veronika Esselborg signalisierte er, dass er für die Sauna an ihrem bisherigen Standort keine Zukunft sehe. Er wolle aber prüfen, ob ein Anbau am Uni-Sportzentrum möglich wäre. Es liegt wenige hundert Meter vom Hochschulstadion entfernt am Lichtwiesenweg und hat bereits eine kleine Sauna.

Neubau am Uni-Sportzentrum

Zwar begrüßen die Saunafreunde, dass sich der Kanzler um einen neuen Standort bemüht. "Doch das ersetzt uns nicht die Sauna hier, die man direkt nach dem Sport nutzen kann", sagt eine Frau. Sie betont die Bedeutung der Sauna für Sportler im unmittelbaren Umkreis der Trainingsstätte. "Die Kombination ist perfekt." Gerade die Bescheidenheit des Gebäudes mache deren Reiz aus. "Wir wollen keine Wellness-Ära, sondern nur eine funktionierende Sauna", sagt sie.

Die Saunafreunde haben drei Sanierungsvarianten ausgearbeitet. Sie schlagen vor, die Sauna an ihrem Standort zu belassen, das Umkleidegebäude denkmalgerecht freizulegen, zu einer Familienumkleide umzugestalten und das Vordach zurückzunehmen. Die Innendämmung soll verbessert und Teilbereiche frostfrei gehalten werden. "So könnten die Sportler nach wie vor das Saunagebäude nutzen, um sich dort umzuziehen und direkt in die Sauna zu gehen", sagt Nutzer Jens Adam.

Durch einen Abriss würde nicht zuletzt Umkleidefläche verloren gehen, gibt Host Hahn zu bedenken. Die Umkleidemöglichkeiten reichten an heißen Tagen und bei Veranstaltungen schon jetzt nicht aus. Rund 820 Unterschriften hat die Gruppe für den Erhalt ihrer Sauna gesammelt. Auch gibt es laut Hahn "verbindliche Zusagen von Nutzern, sich finanziell an der Sanierung zu beteiligen" - sollte sie zustande kommen. (an)

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