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Für Schwarz-Grün reicht es nicht

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Hauchdünner Vorsprung der Sozialdemokraten vor der CDU / Auch ein Dreierbündnis ist möglich.

Die SPD wird stärkste Kraft in Groß-Gerau. Sie vereinte bei der Kommunalwahl am Sonntag 31,2 Prozent der Stimmen auf sich. Allerdings ist ihr Vorsprung vor der CDU, die bei 31,1 Prozent landete, hauchdünn.

Wie schon Spitzenkandidatin Cristina Reinhardt am Sonntag freute sich am Montag der bisherige SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Martin darüber, dass sich „die SPD-Verluste in engen Grenzen halten. Dass wir am Ende nur wenig einbüßten, während CDU und Grüne zusammen 11,4 Prozent verbuchen müssen, schreiben wir unserem klaren Oppositionskurs zu und dem Versuch, politische Alternativen zur schwarz-grünen Mehrheit aufzuzeigen“, so Martin. Diesen Kurs werde die SPD weiterfahren, beispielsweise für mehr bezahlbaren Wohnraum und die barrierefreie Stadt.

Die Grünen kamen auf l1,1 Prozent (2011: 19,7). und bleiben drittstärkste Kraft im Stadtparlament. Es folgen die Kommunale Bürgerinteressengemeinschaft (Kombi, 9,4 Prozent), die damit exakt das gleiche Ergebnis einfuhr wie 2011, die Freie Wähler-Bürgerliste (7,3), Die Linke/Offene Liste (5,4), die etwas zulegte (2011: 3,8), und die FDP (4,6). CDU und SPD erhalten damit je zehn Sitze, die Grünen vier, die Kombi drei und die anderen Parteien je zwei Sitze in der Stadtverordnetenversammlung.

Um eine Mehrheit für die Umsetzung seiner politischen Vorstellungen zu haben braucht man 17 Sitze. CDU und Grüne, die die vergangenen fünf Jahre in Groß-Gerau kooperierten, haben jetzt allerdings zusammen nur noch 14 Sitze, so dass eine neue Konstellation gefunden werden muss, soll es nicht zu wechselnden Mehrheiten kommen. Auch dies ist allerdings theoretisch denkbar.

Parlament wird bunter

Ebenso möglich ist ein Dreierbündnis aus CDU, Grünen und Kombi – hatten doch CDU und Kombi in Groß-Gerau bereits in früheren Jahren zusammengearbeitet. Neben CDU und SPD gibt es in den kommenden fünf Jahren nur noch kleinere Fraktionen. Alle angetretenen Listen werden vertreten sein, was das Parlament bunter und möglicherweise überraschender machen wird. Abzuwarten bleibt etwa, wie sich die FDP positioniert, die seit Langem wieder ihre Vertreter in die Stadtverordnetenversammlung schickt, und wie die Freie Wähler-Bürgerliste um den früheren Groß-Gerauer Bürgermeister (2001 bis 2007) reagiert.

Aus dem Stand erreichte die Bürgerliste jetzt 7,5 Prozent; Hochburgen hat sie zum Beispiel, wie Trendergebnisse aus den Wahlbezirken zeigen, in Dornheim, Wallerstädten, aber auch rund um die Prälat-Diehl-Schule. und in Dornberg. Dort gehen die Anwohner des Lausböhl-Geländes zur Wahl, dessen Nutzung als Pkw-Abstellfläche, wie berichtet, umstritten ist. Dort haben die Grünen, die sich in eben dieser Angelegenheit Lausböhl und Firma Altmann sehr abwartend äußerten, eines ihrer schwächsten Ergebnisse erzielt. (amt)

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